ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2008Pflegeheime: Arbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

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Pflegeheime: Arbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

Dtsch Arztebl 2008; 105(34-35): A-1760 / B-1520 / C-1488

Hibbeler, Birgit; ddp

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Mehr Betreuung für Demenzkranke: Heime können zusätzliches Personal einstellen. Foto: Superbild
Mehr Betreuung für Demenzkranke: Heime können zusätzliches Personal einstellen. Foto: Superbild
Arbeitslose sollen sich ab Herbst dieses Jahres in Pflegeheimen um Demenzkranke kümmern. Nach den Plänen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sollen mehrere Tausend Arbeitskräfte als Pflegeassistenten eingesetzt werden, um Altersverwirrte zu versorgen. Nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz dürfen Heime für demenzkranke Bewohner mehr Personal einstellen. Die Kosten übernehmen die Pflegekassen. Die Assistenten sollen zusätzlich zu regulären Pflegern eingesetzt werden und den Patienten vorlesen, mit ihnen sprechen oder Besorgungen übernehmen.

Von der BA hieß es, es würden nur solche Arbeitslose für Fortbildungen ausgewählt, die für die Arbeit mit Alten und Kranken geeignet seien. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder versicherte, es werde keine „Billigpflege geben, sondern eine bessere Gesamtversorgung“. Der pflegepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Willi Zylajew, sprach hingegen von einem „unseriösen PR-Spektakel“. Auch bei Verbänden und Pflegeexperten stieß das Vorhaben auf Kritik.

Für die Qualifikation der Pflegeassistenten hat der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) einen Richtlinienentwurf vorgelegt. Vorgesehen ist eine Fortbildung von 160 Stunden. Bei der Auswahl der Betreuungskräfte sei die Qualifikation entscheidend, teilte der GKV-Spitzenverband mit. „Für uns ist unerheblich, ob die künftigen Betreuungskräfte vorher arbeitslos waren oder nicht“, hieß es. BH/ddp
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