ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2008Qualität: Große Suggestivwirkung
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Wie sprach noch Mephisto zum einfältigen Schüler? „An Worte lässt sich trefflich glauben.“ Ein solch wunderbares Wort, wenig präzise, dafür von umso größerer Suggestivwirkung, ist der Ausdruck „Qualität“. Es wäre doch nicht schwer, einen Patienten sehr gut zu behandeln – gäbe es nicht die einschränkenden Zwänge der Politik. Wie schön wäre es, allen Patienten das beste Medikament und einem jeden Massagen, Kuren und Krankengymnastik im erwünschten Maß zukommen lassen zu können. Da kommt so ein zauberhafter Begriff recht, um von den Problemen abzulenken. Beim Durchlesen des Artikels glaubte ich zunächst, nichts grundlegend Neues zu erfahren. Doch halt. Am Ende wird doch die Katze aus dem Sack gelassen. „Versorgungsqualität“ soll „vergleichbar“ (!) gemacht werden. Das heißt doch nichts anderes, als dass geprüft wird, wer mit den geringsten Kosten noch einen gewissen („ausreichenden“) Behandlungseffekt zu erzielen vermag. Da verstand ich! „Qualität“ leistet, wer den Mangel möglichst gut zu verwalten weiß.
Dr. med. Dr. phil. Reinhard Platzek, Vorsitzender des Hartmannbundes für Unterfranken, Keplerstraße 23, 63741 Aschaffenburg
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