WIRTSCHAFT

Private Kran­ken­ver­siche­rung: Der Preiskampf ist eröffnet

Dtsch Arztebl 2008; 105(34-35): A-1798 / B-1551 / C-1519

Flintrop, Jens

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Die ERGO-Krankenversicherer DKV und Victoria gewähren Versicherten finanzielle Vorteile, wenn sie sich von Ärzten der mit den Unternehmen verbundenen „Qualitätsnetzwerke“ behandeln lassen.

Mit Inkrafttreten der jüngsten Gesundheitsreform am 1. April 2007 hat der Gesetzgeber den Wechsel von der gesetzlichen in die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) erschwert, was sich bereits negativ auf das Neugeschäft der Branche auswirkt (siehe Grafik). Daneben wurde der Wechsel von einer privaten Kran­ken­ver­siche­rung zu einer anderen deutlich erleichtert (ab 2009 können Kunden einen Teil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen, wenn sie den Anbieter wechseln). Im Ergebnis schrumpft der Markt bei steigendem Wettbewerb.

Um ihre Marktanteile zu sichern, haben die ERGO-Krankenversicherer DKV und Victoria am 11. August eine „Wettbewerbsoffensive“ gestartet. Erstmals erhalten Versicherte finanzielle Vorteile, wenn sie sich von Ärzten der mit den Unternehmen verbundenen „Qualitätsnetzwerke“ behandeln lassen. Dazu zählen die Ärzte in den „goMedus“-Gesundheitszentren der DKV, von denen es jeweils eins in Köln und Düsseldorf gibt. Weitere acht in anderen großen Städten sollen über kurz oder lang hinzukommen. Daneben kooperieren die ERGO-Krankenversicherer mit „Partnerärzten“: Rund 300 aus sieben Fachrichtungen sollen es bis zum Ende des Jahres sein, mehr als 3 000 Ärzte bis zum Jahr 2013. „Unsere Versicherten profitieren von der erstklassigen Qualität dieser Ärzte und sparen dabei auch noch Geld“, sagt Günter Dibbern, im ERGO-Vorstand für die Kran­ken­ver­siche­rung zuständig. Wer etwa einen kooperierenden Zahnarzt besuche, erhalte für Zahnersatz eine um zehn Prozentpunkte höhere Erstattung und damit insgesamt bis zu 90 Prozent der Kosten erstattet.

Die Versicherten können eine von fünf Tarifstufen wählen, die aufeinander aufbauen. Während sich der Einstiegstarif besonders durch seinen günstigen Beitrag auszeichnet und einen Hausarzttarif enthält, garantiert der Premiumschutz bei schweren Erkrankungen den Besuch bei einem Topspezialisten innerhalb weniger Tage. Die Tarife werden bei der DKV unter dem Namen BestMed und bei der Victoria Kran­ken­ver­siche­rung unter dem Namen VictoriaMed angeboten. Derzeit kostet der Einstiegstarif beispielsweise für eine 37-jährige Frau 120 Euro (Männer 125 Euro), der Topschutz 500 Euro (Männer 420 Euro).

Den beteiligten Ärzten verspricht der neue Tarif einen steten Zustrom an Privatversicherten. Im Gegenzug erwarten DKV und Victoria eine „korrekte“ Rechnungstellung.
Jens Flintrop
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