ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2008Patientenaufklärung war ungenügend

RECHTSREPORT

Patientenaufklärung war ungenügend

Dtsch Arztebl 2008; 105(34-35): A-1805 / B-1557 / C-1525

Berner, Barbara

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LNSLNS Ein Arzt, der Patienten nicht ordnungsgemäß über die Kosten einer ärztlichen Behandlung aufklärt, handelt berufswidrig. Das hat das Bezirksberufsgericht in Reutlingen entschieden.

Der beschuldigte Arzt behandelt ausschließlich Privatpatienten. Bei einem von ihnen diagnostizierte er eine Zehengelenkarthrose und behandelte ihn mit einer Magnetresonanztherapie.

Dabei unterließ er es, den Patienten vor Beginn der Behandlung darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um eine Methode handelt, die nicht allgemein anerkannt ist und die deshalb von privaten Kran­ken­ver­siche­rungen nicht bezahlt wird. Dem Patienten übergab er erst bei der vorletzten Behandlung einen schriftlichen Behandlungsvertrag.

Der Mann ist stark sehbehindert und konnte das Schriftstück in der Praxis nicht richtig durchlesen. Erst auf seine Bitte hin gab der Arzt ihm eine Kopie mit. Zu Hause stellte der Patient fest, dass er mit seiner Unterschrift bestätigt hatte, dass die Therapie auf seinen Wunsch vorgenommen wurde und die Kosten nicht von der Kran­ken­ver­siche­rung übernommen würden. Dies geschah erwartungsgemäß.

Im Rahmen des berufsgerichtlichen Verfahrens verzichtete der Arzt auf sein
Honorar von 759 Euro. Er bestreitet den Sachverhalt nicht, ist jedoch der Auffassung, dass es sich bei der Magnetresonanztherapie um keine Außenseitermethode handele. Auch sei seinem Patienten wegen des Honorarverzichts kein Nachteil entstanden.

Dies alles ändert nach Auffassung des Berufsgerichts nichts daran, dass der Beschuldigte gegen Berufspflichten verstoßen hat. Wegen seiner angespannten wirtschaftlichen Lage ist aber lediglich eine Geldbuße von 750 Euro verhängt worden. (Urteil vom 19. September 2007, Az.: BGÄR 13/05) RA Barbara Berner
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