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ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2008Selbsthilfe: Nakos-Förderung vor dem Aus

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Selbsthilfe: Nakos-Förderung vor dem Aus

Merten, Martina

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LNSLNS Die Projektförderung der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird in diesem Jahr voraussichtlich auslaufen. Eine fortgesetzte Projektförderung münde unweigerlich in eine Dauerförderung, so das Argument von Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Ursula von der Leyen. Würden die Gelder tatsächlich gestrichen, könnten künftig 50 Prozent der Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern zu sozialen Themen nicht mehr adäquat beantwortet werden, betonte NAKOS-Geschäftsführerin Jutta Hundertmark-Mayser gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die NAKOS arbeitet mit 280 regionalen Kontaktstellen zusammen, die wiederum eng mit den Kassenärztlichen Vereinigungen kooperieren.
Die Finanzierung der nationalen Kontaktstelle beruht auf drei Säulen: Zum einen sind die gesetzlichen Krankenkassen per Gesetz dazu verpflichtet, jährliche Fördersummen zu zahlen (§ 20, Absatz 4 SGB V, siehe Beitrag im Heft Seite 393). Zum anderen vergeben das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium und das BMFSFJ freiwillig projektbezogene Mittel.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die KVen haben sich gegen die Streichung der Fördergelder ausgesprochen. „Wir profitieren seit Jahren von der Arbeit der NAKOS“, betonte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller Mitte August in einem Brief an von der Leyen. Für viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten seien Selbsthilfegruppen wichtige Bündnispartner. Sogenannte Kooperationsstellen für Selbsthilfegruppen und Ärzte arbeiteten seit Jahren eng mit der NAKOS zusammen.
Hundertmark-Mayser kündigte an, nach „neuen Geldgebern“ suchen zu wollen. Dabei schloss sie auch Wirtschaftsunternehmen nicht aus. Zu den Leitsätzen der Selbsthilfe zählt die Unabhängigkeit von Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen. Eine Beendigung der Unterstützung darf den Fortbestand der Arbeit nicht gefährden. „Es ist möglich, dass uns nichts anderes übrig bleibt“, so Hundertmark-Mayser. MM
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