ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2008Mutter-/Vater-Kind-Massnahmen: Psychische Belastung ist häufigster Grund

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Mutter-/Vater-Kind-Massnahmen: Psychische Belastung ist häufigster Grund

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Erholung vom Familienalltag: Mütter und Kinder schöpfen während der Rehamaßnahme neue Energie. Foto: dpa
Erholung vom Familienalltag: Mütter und Kinder schöpfen während der Rehamaßnahme neue Energie. Foto: dpa
Im ersten Halbjahr 2008 wurde bei knapp 6 400 von 9 000 Müttern in Deutschland, denen eine Rehamaßnahme für Eltern genehmigt wurde, eine psychische Belastung diagnostiziert. Bei mehr als 70 Prozent aller Fälle sind psychische Belastungen damit der häufigste Grund für eine Mutter-/Vater-Kind-Maßnahme (ehemals Mutter-Kind-Kur). Dies geht aus den aktuellen Diagnosedaten der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Aber auch Rückenbeschwerden, Atemwegserkrankungen sowie neurologische Erkrankungen können Gründe für den Kuraufenthalt sein.

„Kinder, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist eine Herausforderung. Gerade Mütter kommen nicht selten auf mehr als 70 Arbeitsstunden pro Woche, wenn man alle Verpflichtungen zusammenzählt“, sagt Denise Jacoby, Pressesprecherin der TK Hessen. Das Burn-out-Syndrom sei kein auf bestimmte Berufsgruppen reduziertes Phänomen mehr.

Während der dreiwöchigen Maßnahme sollen sich Mütter oder Väter von Erschöpfung, körperlichen Beschwerden oder psychischen Belastungen erholen, denen sie im Familienalltag ausgesetzt sind. Darüber hinaus sollen Handlungsalternativen entwickelt werden, um die häuslichen Aufgaben in Zukunft besser bewältigen zu können. „Viele Mütter motiviert es, wenn ihre persönlichen Alltagssorgen von Fachkräften ernst genommen werden, und sie erkennen, dass andere Frauen ähnliche Probleme haben“, erklärt Jacoby. sun

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