ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2008Versorgung: Unrealistische Forderung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS (. . .) Überlebensfähig sind nur noch diejenigen Ärzte und Therapeuten, die nachweisen können, dass sie gute Arbeit leisten. Wir brauchen also eine Differenzierung nach Behandlungserfolg/Kundenorientierung.

Ein hochrangiger KV-Funktionär sagte mir schon vor zehn Jahren, dass es an der Zeit sei, die „Spreu vom Weizen zu trennen“, und ich stimme ihm zu. Doch was ist inzwischen geschehen? Das Gegenteil: Der 103. Deutsche Ärztetag entschied mehrheitlich, dass erfolgsabhängige Honorierung „unärztlich“ (!?!) sei, und auch die Therapeuten sträuben sich gegen jedwede Unterscheidung und damit gegen Leistungsgerechtigkeit.

Bei dem aus meiner Sicht mustergültigen Projekt der TK in Hessen antworteten nur 12,2 Prozent der Kollegen auf die Frage nach ihrer Teilnahme.

Außerdem wissen wir seit der Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur eigenen Zukunft, dass nur 20 Prozent der befragten Ärzte/Therapeuten für ein marktwirtschaftliches Gesundheitswesen sind, darunter meine Wenigkeit.

Das heißt: Nur 20 Prozent der Befragten haben keine Angst, sich dem freien Markt zu stellen beziehungsweise glauben, dass ihre Arbeit hinreichend gut ist, dass sie damit überleben können auch ohne den „Schutz“ durch das Kartell „KV“.

Da ich schon seit zehn Jahren systematische Erfolgskontrollen durchführe und – wenn meine Patienten nicht lügen – mich nach deren Urteil und den gemessenen Effektstärken nicht zu verstecken und das „bench-marking“ nicht zu fürchten brauche, habe ich mich entschieden, Direktverträge mit den Krankenkassen anzustreben, um Anstöße zur Verbesserung der Qualität unseres Gesundheitswesens und des Realitätssinns der Kollegen sowie der KV-Funktionäre zu geben zum Wohl der vergessenen „Kunden“, sprich: Patienten und Beitragszahler.

Dipl.-Psych. Jörg P. Stiehl-Werschak,
Reiterstraße 3–5, 76829 Landau/Pfalz
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema