ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2008Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2008; 105(37): A-1916 / B-1646 / C-1610

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LNSLNS Vieles aus Deutschland und eine US-Spionagekomödie mit Starbesetzung – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Komödie
ab 18. September:
Friedliche Zeiten
Dieter und Irene sind aus der DDR in den Westen geflüchtet. Sie, ein Nervenbündel mit Angst vor dem Dritten Weltkrieg, und er, ein gutgelaunter Optimist, streiten sich ständig. Ihre Kinder, die gewitzten und fürsorglichen Töchter Wasa und Ute, beschließen, dass die Scheidung der beiden wohl das Beste für alle wäre. Ihren kleinen Bruder Flori „erpressen“ sie, bei dem geplanten Komplott mitzumachen. Die warmherzige Komödie, eine heiter-tragische Zeitreise in die ausgehenden 60er-Jahre, zeichnet sich durch Retro-Charme und die Schilderung aus kindlicher Perspektive aus, die für viel Komik sorgt.
Deutschland 2008, 98 Minuten

ab 2. Oktober:
Burn After Reading
Der Eröffnungsfilm des Filmfestivals von Venedig ist eine spritzige Spionagekomödie aus der Küche der Coen-Brüder („No Country for Old Men“). Für ihr neuestes Werk ließen sich die Oscargewinner von dem gleichnamigen Roman von Admiral Stansfield Turner inspirieren. „Burn after reading! – Nach dem Lesen vernichten!“, so eigentlich müsste die Anweisung für die Lektüre der Memoiren des suspendierten CIA-Agenten Ozzie Cox (John Malkovich) lauten. Doch daran denken die Fitness-
trainerin Linda Litzke (Frances McDormand) und ihr gut aussehender, aber etwas dümmlicher Kollege Chad Feldheimer (Brad Pitt) natürlich nicht im Traum, als sie zufällig eine CD mit dem brisanten Manuskript in ihrem Club finden. Die beiden wittern das ganz große Geschäft. Dass aber ausgerechnet die Liebesaffären des sexuell umtriebigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney) die Erpressungsversuche behindern, konnte niemand
ahnen. Schon bald ist den Amateurerpressern eine ganze Horde diverser Geheimdienste auf den Fersen. Und dann kommen auch noch die Russen ins Spiel.
USA 2008, 95 Minuten

Drama
ab 25. September:
Foto: Constantin Film
Foto: Constantin Film
Der Baader-Meinhof-Komplex
Sicherlich eines der Kinohighlights in
diesem Herbst: Die Verfilmung von Stefan Austs Standardwerk über den RAF-Terrorismus, die Bernd Eichinger in die Produzentenhände nahm. Uli Edel („Letzte Ausfahrt Brooklyn“, „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) inszenierte die dramatischen Ereignisse, die von 1967 bis zum „heißen Herbst“ von 1977 die Grundpfeiler der Bundesrepublik ins Wanken brachten. Der Thriller wartet mit einem Staraufgebot deutscher Schauspieler auf: Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof, Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin. Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara (Foto), Nadja Uhl, Karoline Herfurth und Hannah Herzsprung ergänzen die brillante Riege.
Deutschland 2008, 140 Minuten

ab 11. September:
Die Entdeckung der Currywurst
Kein ganz neuer Filmstoff: Barbara Sukowa nimmt sich während des Nationalsozialismus eines jungen Mannes an. In Ulla Wagners Adaption von Uwe Timms gleichnamiger Novelle spielt der einstige Fassbinder-Star Lena Brückner, eine selbstbewusste Frau zwischen 40 und 50 Jahren, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs den etwa halb so alten Marinesoldaten Hermann Bremer (Alexander Khuon) aufgabelt. Vor allem Lena beginnt die Liaison mit ihrem jugendlichen Liebhaber sichtlich zu genießen. Als sie ahnt, dass ihr Tête-à-tête bald aufhören wird, verschweigt sie Hermann das Kriegsende und zwingt ihn so, weiter in ihrer Wohnung auszuharren.
Deutschland 2007, 108 Minuten

Dokumentation
ab 18. September:
Die Natur vor uns
Wasserfälle, Muscheln, Dünen: Faszinierend ist das Werk von Alfred Ehrhardt (1901 bis 1984), Bauhaus-Schüler von Klee und Kandinsky, der als „Meister der Reduktion“ galt und zu den wichtigsten Fotografen der „Neuen Sachlichkeit“ zählte. Der Film- und Fotokünstler war Zeit seines Lebens auf der Suche nach Urformen der Kunst und Natur. Der Film zeigt seine berühmtesten Arbeiten und sucht Orte auf, an denen Ehrhardt seine Bilder aufnahm.
Deutschland 2008, 82 Minuten

DVD-Tipp
„Ich will dich – Begegnungen mit Hilde Domin“, 95 Minuten, Punktfilm, 2008, ab 17,95 Euro; Bezug über den Buch- und Fachhandel
„Ich will dich – Begegnungen mit Hilde Domin“, 95 Minuten, Punktfilm, 2008, ab 17,95 Euro; Bezug über den Buch- und Fachhandel
Liebeserklärung an eine Dichterin
„Ich will dich“ – nach dem Titel eines ihrer Gedichte – ist mehr als ein Dokumentarfilm über das außergewöhnliche Leben und Werk einer der größten Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Es ist auch eine Liebes-
erklärung an eine faszinierende Frau, die mit über 90 Jahren jugendlich frech und neugierig auf das Leben ist. Die in Köln aufgewachsene Jüdin Hilde Domin (1909 bis 2006) begann erst mit 42 Jahren, im dominikanischen Exil zu schreiben, ihre „zweite Geburt“, die es ihr ermöglichte, die Erlebnisse der Naziära zu verarbeiten. Das Porträt von Jungfilmerin Anna Ditges, reich an Emotionen und Informationen, fesselt bis zur letzten Minute.
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