ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1997Aceclofenac als Antirheumatikum: NSAID mit guter Verträglichkeit

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Aceclofenac als Antirheumatikum: NSAID mit guter Verträglichkeit

Glomp, Ingrid

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LNSLNS In Spanien wurde der Wirkstoff entwickelt und 1992 zum ersten Mal eingeführt, 1997 soll er auch in Deutschland auf den Markt kommen: Aceclofenac - ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID) zur Behandlung von Osteoarthritis, rheumatischer Arthritis und Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew). Unter der Bezeichnung Biofenac® wird es von UCB Pharma in Lizenz vertrieben.
Bei einer Fachpressekonferenz am Rande eines Symposiums über "Osteoarthritis - rheumatoide Arthritis" in Bordeaux vertrat Prof. Ernst-Martin Lemmel (Baden-Baden) die Ansicht, daß es durchaus sinnvoll sei, nach neuen schmerz- und entzündungshemmenden Stoffen zu suchen, weil alle verfügbaren Substanzen ein Spektrum unerwünschter Wirkungen aufweisen.
Er zitierte aus einer Meta-Analyse, in der europäische Wissenschaftler Aceclofenac mit anderen NSAID verglichen hatten (Europ. J. of Rheumatology and Inflammation, Vol. 16, Issue 1, 37-45, 1996). Danach litten Patienten, die mit Aceclofenac behandelt wurden, seltener unter Nebenwirkungen. Das galt auch im Hinblick auf den Gastrointestinaltrakt. Speziell bei Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis zeigten sie eine bessere Compliance. Dabei läßt sich, wie andere Studien zeigten, die Wirksamkeit des Medikaments bei rheumatischen Erkrankungen mit der anderer NSAID vergleichen. Pharmakokinetische Untersuchungen ergaben, daß es seinen maximalen Plasmaspiegel ein bis drei Stunden nach oraler Einnahme erreicht - bei einer Halbwertszeit von vier Stunden. Bei Patienten mit ernsten Nierenfunktionsstörungen sollte man laut Lemmel wegen der Langzeittherapie beachten, daß die Substanz zu 70 Prozent über die Nieren ausgeschieden wird.
Darüber hinaus hat Aceclofenac möglicherweise einen positiven Einfluß auf die Knorpelbildung. Prof. J. T. Dingle (Cambridge) berichtete über In-vitro-Untersuchungen an Knorpelgewebe von Osteoarthritis-Patienten, bei denen die Synthese von Glycosaminoglycan (GAG) gemessen wurde, dem wichtigsten Makromolekül der extrazellulären Matrix. Danach lassen sich NSAID in drei Kategorien einteilen:
1. Aceclofenac, Tenidap und Tometin, die die GAG-Synthese stimulieren können;
2. Piroxicam, Tiaprofen-säure und Aspirin, die auf die GAG-Synthese keine deut- liche Auswirkung haben; und
3. Naproxen, Ibuprofen und Indomethacin, die die GAG-Synthese signifikant hemmen. Allerdings stehen die Ergebnisse einer klinischen Untersuchung über die Wirkung von Aceclofenac auf Knorpelgewebe noch aus.
Dr. med. Ingrid Glomp
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