ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Tabakkonsum und chronische Rückenschmerzen - Analysen des telefonischen Gesundheitssurvey 2003: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Tabakkonsum und chronische Rückenschmerzen - Analysen des telefonischen Gesundheitssurvey 2003: Schlusswort

Smoking and Chronic Back Pain – Analyses of the German Telephone Health Survey 2003: In Reply

Dtsch Arztebl 2008; 105(38): 654; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0654b

Zimmermann-Stenzel, Monique

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LNSLNS Zu 1.) Die bivariaten Ergebnisse werden aus meiner Sicht kritisch betrachtet und sollten prinzipiell kritisch betrachtet werden, da in den bivariaten Analysen keinerlei Drittvariablen, die potenziell das Rückenschmerzrisiko beeinflussen, kontrolliert werden können. Erst die multivariaten Analysen geben ja über Einflussfaktoren unter Kontrolle weiterer Variablen Auskunft. Die Diskussion der Ergebnisse bezieht sich daher in erster Linie auf die multivariaten Ergebnisse. Im Übrigen ist die verallgemeinernde Aussage am Anfang der Diskussion nicht und schon gar nicht in zweifacher Weise falsch, da ja – allgemein gesehen – ein Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und chronischen Rückenschmerzen besteht. Dass im Vergleich zu Nierauchern nur tägliche und ehemalige Raucher häufiger von chronischen Rückenschmerzen und eben nicht alle Raucher gleichermaßen betroffen sind, wird im darauffolgenden Satz/Abschnitt näher erläutert
Zu 2.) Dass aufgrund des Querschnittsdesigns nicht der Kausalschluss zulässig ist, dass Rauchen durch körperliche Störungen zu vermehrten Rückenschmerzen führt, steht außer Frage (dritter Abschnitt der Diskussion). Dass jedoch in der Gruppe der Raucher die Konsumdauer ab 16 Jahren in signifikantem Zusammenhang mit dem Auftreten chronischer Rückenschmerzen steht und somit das bedeutsamste Korrelat chronischer Rückenschmerzen darstellt, kann auch mit diesen Querschnittdaten belegt werden.
Zu 3.) Ich sehe es auch nicht als Problem, dass ein Fragebogen verwendet wird, beziehungsweise dass die Daten anhand eines Telefoninterviews erhoben wurden, sondern dass es sich bei den Angaben zur psychischen Gesundheit nicht um Arztdiagnosen handelt. Im Übrigen basieren die beiden Items auf zwei Fragen aus dem validierten SF-36-Fragebogen (http://www.sf-36.org/tools/SF36.shtml), einem internationalen, validierten Instrument zur Messung von körperlicher und psychischer Gesundheit.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0654b

Dr. rer. soc. Monique Zimmermann-Stenzel
Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Forschung
Schlierbacher Landstraße 200a
69118 Heidelberg
E-Mail: Monique.Zimmermann-Stenzel@ok.uni-heidelberg.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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