ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Kommunale Krankenhäuser: Protest gegen Unterfinanzierung

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Kommunale Krankenhäuser: Protest gegen Unterfinanzierung

Dtsch Arztebl 2008; 105(38): A-1942 / B-1670 / C-1634

Rabbata, Samir

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„Zuwendung ist unwirtschaftlich – für uns aber selbstverständlich“ lautet ein Motto der Protestaktion. Foto: dpa
„Zuwendung ist unwirtschaftlich – für uns aber selbstverständlich“ lautet ein Motto der Protestaktion. Foto: dpa
Neun kommunale Großkrankenhäuser in Augsburg, Bayreuth, Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, München, Nürnberg und Stuttgart haben eine Protestkampagne gegen die Gesundheitspolitik von Bund und Ländern gestartet. Die teilnehmenden Häuser fordern die Politik mit Großflächenplakaten und mit Anzeigen in Tages- und Wochenzeitungen auf, ihre Leistungen besser zu vergüten.

„Wir wollen mit dieser Kampagne auf die spezifischen Probleme der kommunalen Krankenhäuser aufmerksam machen, die einen besonderen Versorgungsauftrag haben und daher jeden Patienten aufnehmen“, betonte Joachim Bovelet, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vivantes-Klinika Berlin, bei der Vorstellung der Aktion.

Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg, machte 450 sogenannte Extremkostenfälle im Jahr 2007 für einen Fehlbetrag beim Klinikum Nürnberg in Höhe von 7,4 Millionen Euro verantwortlich. Das Problem sei, dass die hierfür erbrachten Leistungen nur unzureichend von den Fallpauschalen abgebildet würden, sagte Estelmann.

„Nachts da zu sein, ist unwirtschaftlich, für uns aber selbstverständlich“, zitierte Manfred Greiner, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums München, eine der Plakatüberschriften. Er verwies auf die ungenügende Vergütung für die umfassende Notfallversorgung der Krankenhäuser rund um die Uhr. Nacht für Nacht stünden in den vier großen städtischen Kliniken in München insgesamt rund 3 300 Betten speziell für die Behandlung von Notfallpatienten bereit. Zuschläge, die die tatsächlich anfallenden Kosten in der nächtlichen Notfallversorgung berücksichtigten, gebe es aber nicht, so Greiner. SR
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