ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Influenzasaison: Neue Impfstoffe bereits verfügbar

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Influenzasaison: Neue Impfstoffe bereits verfügbar

Dtsch Arztebl 2008; 105(38): A-1942 / B-1670 / C-1634

Richter-Kuhlmann, Eva

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Foto: dpa
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Deutschland rüstet sich für die nächste Influenzasaison. 17 Millionen neue Impfstoffdosen hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits freigegeben. Die Stammzusammensetzung der Influenzaimpfstoffe für die Saison 2008/ 2009 entspricht den Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organi­sation und der europäischen Kommission. Sie schützen vor den Influenzasubtypen A/H1N1 und A/H3N2 sowie einem Influenza-B-Subtypen. „Impfungen gegen die Virusgrippe sind ab sofort möglich“, sagte Dr. med. Silke Buda vom Robert-Koch-Institut (RKI). Der Impfschutz trete etwa zehn Tage nach der Impfung auf und bleibe über die gesamte Saison bestehen. Sinnvoll seien jedoch auch noch Impfungen im Januar, sofern noch keine Influenza-Infektion stattgefunden habe.

Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt dem medizinischen Personal, Menschen ab dem 60. Lebenjahr sowie chronisch Kranken, sich impfen zu lassen. Ziel ist eine Impfrate von 75 Prozent bei der älteren Bevölkerung bis 2010, da diese Gruppe häufig von den schweren Folgen einer Grippe betroffen ist. Die bisherigen Raten liegen bei etwa 50 Prozent.

In der Saison 2007/08 war die Influenza-Aktivität ab Ende Januar 2008 auf Bevölkerungsebene mess-bar. Die verglichen mit anderen Jahren eher milde Grippewelle trat zuerst im Süden Deutschlands auf und wanderte dann in den Osten und Norden. Insgesamt schätzte das RKI 1,2 Millionen zusätzliche Arztbesuche, 550 000 Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 4 500 zusätzliche Krankenhauseinweisungen. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza wies zu Beginn der Saison besonders Viren vom Subtyp A/H1N1 nach. Später stieg der Anteil der Influenza-B-Viren an. Erstmals zirkulierten vermehrt Influenza-A/H1N1-Viren, die resistent gegen den Neuraminidasehemmer Oseltamivir waren. In Deutschland betrug der Anteil 13 Prozent. Dennoch könnten Neuraminidasehemmer in dieser Saison eingesetzt werden, erklärte das RKI. ER
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