ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Therapiefreiheit: Ärztliche Intuition
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
In den treffenden Ausführungen zur evidenzbasierten Medizin und Therapiefreiheit erwähnt Frau Dr. Kienle das implizite Wissen als Wesensmerkmal von Könnerschaft und Kompetenz. In der Medizin nannte man das ärztliche Intuition, sie zeichnet wahre Ärzte aus, im Gegensatz zu Medizinern oder gar „Medizinetten“. Während der Ausbildung lehrte man uns, die Intuition nicht zu unterdrücken, sondern auf die leise Stimme des stillen Wissens zu hören: Dem vagen Gefühl, noch eine bestimmte Untersuchung durchzuführen, sollte man folgen, auch wenn die Zeit drängt. Manche Fehldiagnose entsteht aus der Unterlassung einer Untersuchung. Wenn dann aber die außerhalb der Routine durchgeführte Untersuchung zu einer seltenen Diagnose führte, mag man sich hinterher vergeblich fragen, aus welchem sachlichen Grund man die Untersuchung veranlasste.
Dr. med. Horst Kalthoff, Rüsternallee 14–16,
14050 Berlin

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote