ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Therapiefreiheit: Patienteninformationen ethisch dringend geboten
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Der Artikel zeigt, dass sich die Administratoren des Gesundheitssystems des Etiketts EbM bemächtigt haben, obwohl sie keine evidenzbasierte Medizin betreiben. Diese findet nur statt mit und am einzelnen Patienten. Alles andere sollte füglich unter dem Label „evidence based health care“ laufen. Für Frau Kienle steht im Fokus die Autonomie des Arztes. Evidenzbasierte Medizin allerdings bedeutet gerade für den Patienten einen Quantensprung dahingehend, dass dieser jetzt zunehmend besser informiert in die partizipative Entscheidungsfindung hineingeht. So sind auch Patienteninformationen und -beteiligung wichtige Themen des Deutschen Netzwerks evidenzbasierte Medizin. Dieser Punkt geht dem Artikel völlig ab, obwohl er ethisch dringend geboten ist. Wenn EbM es schafft, den einzelnen Patienten und seinen Nutzen in den Mittelpunkt der Gesundheitsfürsorge zu stellen, ist es nicht schade, wenn der autonome (sic!) Arzt dort nicht mehr steht.

Literatur bei dem Verfasser
Prof. Dr. med. Johannes Forster, MME (Bern),
Kinderabteilung St. Hedwig, St. Josefskrankenhaus, Sautierstraße 1, 79104 Freiburg
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