ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Therapiefreiheit: Treffende Darstellung
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Ich begrüße sehr den Abdruck der Arbeit von Kienle als Beitrag zur Reflexion der Bedeutung der EbM. Treffend wurden die RCT-Problematik dargestellt und die Notwendigkeit, die Ergebnisse der EbM und gesundheitspolitische Konsequenzen kritisch zu hinterfragen. Ergänzend möchte ich hinweisen auf die insbesondere im Bereich der Psychotherapieforschung schon länger bestehende Forderung nach naturalistischen Studien, nach Prozess-Ergebnisforschung und nach der Anerkennung der Methodenpluralität. Bei den RCTs ergeben sich Verzerrungen durch die Überbetonung der internen Evidenz und die fehlende Berücksichtigung der Komorbiditäten der Patienten in der klinischen Wirklichkeit. Die Medizin ist keine exakte Naturwissenschaft, sondern eine Erfahrungswissenschaft, die u. a. naturwissenschaftliche Methoden nutzt. Zur klinischen Kompetenz gehört auch die Fähigkeit des Arztes, die Angaben des Patienten zu interpretieren, was zur kurativen Bedeutsamkeit der Arzt-Patient-Beziehung beiträgt und auch in dem Begriff der narrative based medicine konzeptualisiert wurde.

Literatur bei dem Verfasser
Dr. med. Wolfgang Krieger, Ringweg 9,
87600 Kaufbeuren
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