ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Metallimplantate: Allergieberatung

MEDIEN

Metallimplantate: Allergieberatung

Dtsch Arztebl 2008; 105(38): A-1974 / B-1697 / C-1659

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Künstliches Kniegelenk: Implantierte Prothesen können Allergien auslösen. Foto: BVMed/Aesculap A6
Künstliches Kniegelenk: Implantierte Prothesen können Allergien auslösen. Foto: BVMed/Aesculap A6
Die steigende Zahl an künstlichem Gelenkersatz (fast 300 000 neue Endoprothesenträger jährlich) spiegelt nicht nur den wachsenden Anteil alter Menschen in der Bevölkerung wider, sondern auch die Tatsache, dass immer mehr jüngere Menschen Gelenkersatz bekommen. Aus Endoprothesen und chirurgischen Metallplatten freigesetzte Metalle können Allergien auslösen. Die betroffenen Patienten haben Rötungen, Ekzeme oder Wundheilungsstörungen. Es kann auch zu einer Lockerung der implantierten Prothese kömmen.

Zu den Auslösern zählen Nickel, Chrom und Kobalt. Eine Nickelallergie kommt bei durchschnittlich 13 Prozent der Bevölkerung vor. Noch ist aber unbekannt, wie viele Personen nicht nur an der Haut, sondern auch im tiefen Gewebe bei Nickelallergie überreagieren. Prof. Dr. med. Peter Thomas untersucht mit seiner Arbeitsgruppe an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität, München, die Verträglichkeit von Implantaten und betreut in seiner deutschlandweit einzigartigen Implantatallergiesprechstunde eine ständig wachsende Patientenzahl.

Die Implantate bestehen aus unterschiedlichen Materialkombinationen wie Stahl, Kobalt-Nickel-Chrom-Molybdän-Legierungen oder Titan. Als Gleitpartner in Endoprothesen werden oft Polyethylen, Keramik oder eine Metalloberfläche verwendet. Auch die Knochenzementbestandteile können nach Auswertung der Patientendaten eine Implantatallergie verursachen. Über die Eingabe der Patientencharakteristika in das Münchner Implantatallergieregister sollen Erkenntnisse ableitbar werden, wie Endoprothesen noch verträglicher hergestellt werden können.

Patienten und Ärzte finden weitere Informationen auf der Internetseite der Arbeitsgruppe für allergologisch-immunologische Aspekte der Implantatmaterialverträglichkeit in München unter http://allergomat.klinikum.uni-muenchen.de. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema