ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2008Ulrike Bingel: Millionenförderung für Schmerzprojekt

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Ulrike Bingel: Millionenförderung für Schmerzprojekt

Hibbeler, Birgit

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Ulrike Bingel Foto: privat
Ulrike Bingel Foto: privat
Der Anteil von Frauen in der Spitzenforschung ist in Deutschland noch immer vergleichsweise gering. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will deshalb die Karrierechancen von Frauen verbessern – unter anderem mit einem Förderprogramm für Neurowissenschaftlerinnen. Zu den fünf ausgezeichneten Forscherinnen zählt Dr. med. Ulrike Bingel (33), Neurologin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut für systemische Neurowissenschaften. Sie erhält 1,3 Millionen Euro für ein Forschungsprojekt zu Schmerzverarbeitung und -wahrnehmung.

„Es geht um den wechselseitigen Einfluss von Schmerz und Kognition“, erläutert Bingel. Sie untersucht, wie kognitive Prozesse, beispielsweise Erwartung, Lernen und Vorerfahrungen, das individuelle Schmerzerlebnis beeinflussen und wie Schmerz die kognitive Leistungsfähigkeit stört.

Doch Bingel geht es nicht nur um die psychologische Seite des Schmerzes, sondern vor allem auch um Mechanismen der Schmerzmodulation in Gehirn und Rückenmark. Bei ihrer Forschung setzt sie unter anderem bildgebende Verfahren, wie die Kernspin- und die Positronenemissionstomografie ein.

Bingel wird die Arbeitsgruppe ab Anfang 2009 aufbauen und will dann zunächst überwiegend in der Forschung tätig sein. Im Verlauf plant sie, zu gleichen Teilen klinisch und wissenschaftlich zu arbeiten. Zurzeit ist die Neurologin noch als „visiting postdoctoral researcher“ in der Pain Imaging Neuroscience Group der britischen Universität Oxford tätig. Birgit Hibbeler

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