ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Posterausstellungen auf nationalen Fachkongressen – Bereicherung oder Farce? Ungenutztes Potenzial

MEDIZIN: Diskussion

Posterausstellungen auf nationalen Fachkongressen – Bereicherung oder Farce? Ungenutztes Potenzial

Poster Exhibitions at National Conferences: Education or Farce? Unrealized Potential

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): 670; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0670b

Hahnengress, Maria Luise

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LNSLNS Bei der Frage nach Sinn und Nutzen einer Posterausstellung auf medizinischen Fachkongressen muss nach Ansicht der Autorin primär in Erinnerung gerufen werden, dass ein Poster ein plakatartiges, großformatig gedrucktes „Bild“ ist. Charakteristikum eines Posters ist die schnelle bildhafte Erfassbarkeit der inhaltlichen Thematik, die keiner Erklärung bedarf und bereits in mehreren Metern Entfernung erkennbar sein sollte. Dazu können Mittel und Methoden der bildenden Kunst verwendet werden. Neben Vortrag und Artikelpublikation kann ein Poster als eine gleichwertige Präsentationsform betrachtet werden, die jedoch andere Schwerpunkte und andere Schwierigkeiten besitzt. Nicht jede Thematik eignet sich für jede Form der Präsentation, weswegen dem Urheber unbedingt Mitspracherecht eingeräumt werden sollte, in welcher Form er sein Thema präsentieren möchte. Konzept und Ausführung eines Posters können zudem einen zeitlichen und materiellen Aufwand darstellen, der mit der Vorbereitung eines Vortrags oder eines Artikels durchaus vergleichbar sein kann.

Auf medizinischen Fachkongressen wird jedoch das ausdrucksstarke Potenzial eines guten Posters nicht oder nur sehr selten genutzt. In den überwiegenden Fällen sind die eingereichten Werke auf A0 Größe hochgeplottete Textformate mit einer oder mehreren Abbildung/en oder Tabelle/n. Ihre mangelhafte Aussagekraft wird dadurch erkennbar, dass sie in nachvollziehbar langweiligen Posterbegehungen zunächst einmal minutenlang erklärt werden müssen.

Der Spagat zwischen Vermittlung medizinisch wissenschaftlichen Inhalts und überzeugend bildhafter Darstellung stellt in diesem Zusammenhang eine anspruchsvolle Herausforderung dar, die bei der Beurteilung und der Vergabe von Posterpreisen in vollem Umfang Berücksichtigung finden und zur Geltung kommen sollte.

Was für eine Bereicherung könnte es für medizinische Kongresse sein, dem aktuellen Stand der fachspezifischen Kenntnisse neben gesprochenem und geschriebenem Wort gerade auch durch ausdrucksstarke Posterbilder zu einer nachhaltig bildhaften Erinnerung zu verhelfen. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0670b

Dr. med. Dipl.-Mus. Maria Luise Hahnengress
Musik- und Tanzmedizin
Am Tiergarten 17
52078 Aachen
E-mail: maria.luise.hahnengress@fu-berlin.de

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