ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Behandlung des Zenkerschen Divertikels: Endoskopische Schwellendurchtrennung

MEDIZIN: Diskussion

Behandlung des Zenkerschen Divertikels: Endoskopische Schwellendurchtrennung

Therapy of Zenker’s diverticulum: Endoscopic Diverticulotomy

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): 672; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0672

Weerda, Geerd-Hilko

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LNSLNS Die endoskopische Schwellendurchtrennung geriet in Deutschland in den fünfziger Jahren nach drei tödlichen Blutungen in Verruf.

In den 1980er-Jahren beschrieben van Overbeek und Hoeksema (1982, 1984) und van Overbeek (1994) in 545 Fallbeschreibungen die Schwellenspaltung mit über das Mikroskop eingespiegeltem CO2-Laser. In Deutschland konnten wir so nach Entwicklung des Weerda-Spreizdivertikuloskopes – nicht wie angegeben Weerda-Laryngoskop – und neuer Instrumente die endoskopische Schwellenspaltung wieder etablieren. Um größere Blutgefäße zu orten, wurde ein intraluminales Doppler-Sonografiegerät verwendet (1, 2).

Weil bei Durchtrennung mit dem Stapler Endo-GIA-30 der Staplerfuß ein Zentimeter groß ist, bleibt im Fundus eine Restschwelle (2).

Auf eine wesentliche Komplikation wurde nicht eingegangen: Es wird immer das Mediastinum eröffnet, im Fundusbereich an stärksten. Dies ist in der Grafik 2 falsch dargestellt. Die Folgen sind gelegentlich dramatische Haut- und Mediastinalemphyseme. Sie sind nicht Folge von Mikroöffnungen, wie hier angegeben.

Bei einer chirurgisch unversorgten Gruppe sahen wir bei 53,1 % der Patienten Fieber als Ausdruck einer mediastinalen Reizung, bei 1,6 % trat eine Mediastinitis auf (2, 3).

Die hohen Rezidivraten führen wir auf zwei Ursachen zurück: Die Schwelle wird nicht bis in den Fundus gespalten und nach Durchtrennung legen sich die Wunden, besonders fundusnahe, wieder aneinander und verwachsen (2).

Wir haben, um diese Komplikationen zu minimieren folgendes Vorgehen vorgeschlagen (13):
- Nach Durchtrennung der Schwelle mit dem CO2-Laser werden unter optimaler Sicht durch das Spreizdivertikuloskop das Mediastinum mit Fibrinkleber versiegelt.
- Resektion von überschüssiger Schleimhaut.
- Mikrochirurgischer Verschluss von Fundus und Wunden.

Wir raten zu einer postoperativen, flüssigen Ernährung und aus juristischen Gründen zu einer kurzfristigen stationären Überwachung.

Werden diese Kriterien berücksichtigt, ist die endoskopische Schwellendurchtrennung eine risikoarme allerdings nicht risikolose Operation. Sie ist der Chirurgie von außen überlegen.

DOI: 10.3238/arztebl.2008.0672

Prof. emer. Dr. med. Dr. med. dent. Geerd-Hilko Weerda
Steinhalde 48
79117 Freiburg
E-Mail: hubweerda@yahoo.de

Interessenkonflikt
Der Autor erhält Lizenzgebühren von der Firma Storz.
1.
Weerda H, Ahrens KH, Schlenter WW: Maßnahmen zur Verringerung der Komplikationsrate bei der endoskopischen Operation des Zenkerschen Divertikels. Laryngo Rhino Otol 1989; 68: 675–7. MEDLINE
2.
Weerda H, Sommer KD, Weerda N: Die endoskopische Chirurgie des Zenker-Divertikels. Eine Übersicht über heute gebräuchliche Techniken. Tuttlingen: Endo Press 2006.
3.
Sommer KD, Ahrens KH, Reichenbach M, Weerda H: Vergleich zweier endoskopischer Operationstechniken für eine sichere Therapie des Zenkerschen Divertikels. Laryngo Rhino Otol 2001; 80: 470–7. MEDLINE
1. Weerda H, Ahrens KH, Schlenter WW: Maßnahmen zur Verringerung der Komplikationsrate bei der endoskopischen Operation des Zenkerschen Divertikels. Laryngo Rhino Otol 1989; 68: 675–7. MEDLINE
2. Weerda H, Sommer KD, Weerda N: Die endoskopische Chirurgie des Zenker-Divertikels. Eine Übersicht über heute gebräuchliche Techniken. Tuttlingen: Endo Press 2006.
3. Sommer KD, Ahrens KH, Reichenbach M, Weerda H: Vergleich zweier endoskopischer Operationstechniken für eine sichere Therapie des Zenkerschen Divertikels. Laryngo Rhino Otol 2001; 80: 470–7. MEDLINE

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