ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Aktuelle Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis: Differenzialdiagnose
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LNSLNS Die Arbeit bedarf einer Erwähnung und Abgrenzung der entsprechenden Differenzialdiagnose, zumal, wenn bereits in der Überschrift die klinisch verwirrende Doppeldeutigkeit der angesprochenen Diagnose nicht vermieden wurde. Zugrunde liegt dieser die Annahme, dass für die Terminologie „Spondylodiszitis“, wie allgemein für die „Osteomyelitis“ respektive „Spondylitis“, ausschließlich die bakterielle beziehungsweise eitrige Pathogenese und Morphologie zuständig seien, und deshalb nicht anhand der postinfektiösen (sekundären) Chronizität terminologisch differenziert werden müsste. Damit bleibt unbeachtet, dass es die – in der Rheumatologie längst bekannte – nicht bakterielle, also aseptische und sterile, primär chronische Osteomyelitis beziehungsweise Spondylitis und Spondylodiszitis gibt. Speziell der Terminus „Spondylodiszitis“ – als nicht infektiöses und abakterielles Symptom der Bechterewschen Krankheit wie aller Spondarthriden („Spondyloarthropathien“) – ist spätestens mit der umfassenden Darstellung von 1973 (1) als häufige, primär perivertebral enthesiopathisch destruierende Komplikation befallener Bewegungssegmente der Wirbelsäule bekannt. Die abakterielle Osteomyelitis konnten wir als „primär chronische Osteomyelitis“ bei der „chronisch rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis“ (CRMO) als Entität aller Altersstufen identifizieren. Sie wurde im Rahmen des Symptompanoramas „SAPHO-Syndrom“ (www.sapho-syndrom-crmo.de und Orphanet 2004, n > 173) differenziert, interdisziplinär analysiert, und der aseptisch osteitische Verlauf wurde als plasmazellsklerotischer Prozess in drei Stadien beschrieben (2). Dabei tritt durchschnittlich in einem Drittel der CRMO-Fälle aller Altersklassen der Typ mit klinisch wesentlichem Befall von Wirbelkörpern auf, also mit sterilen Spondylitiden, die progredient auch zu Spondylodiszitiden werden können. Damit ist die CRMO eine wichtige, bisher kaum gewürdigte Differenzialdiagnose der Spondarthritis ankylosans (3). DOI: 10.3238/arztebl.2008.0674b

Prof. Dr. med. Fritz Schilling
Klinische und radiologische Rheumatologie
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Hebbelstraße 20, 55127 Mainz

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
Die Autoren des oben genannten Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.
1.
Schilling F: Spondylitis ankylopoetica – Die sogenannte Bechterewsche Krankheit und ihre Differentialdiagnose. In Diethelm et al.: Handbuch der Medizinischen Radiologie 1974; 452–689.
2.
Schilling F, Schweden F: Die chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis im Erwachsenenalter: Adulte CRMO – Darstellung des osteosklerosierenden Prozesses anhand von vier eigenen Fällen mit Pustulosis palmo-plantaris. Osteologie 1997; 6: 171–91.
3.
Schilling F et al.: Wirbelsäulenmanifestationen der chronischen rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis (CRMO). Fortschr Röntgenstr 2002; 174: 1236–42.
1. Schilling F: Spondylitis ankylopoetica – Die sogenannte Bechterewsche Krankheit und ihre Differentialdiagnose. In Diethelm et al.: Handbuch der Medizinischen Radiologie 1974; 452–689.
2. Schilling F, Schweden F: Die chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis im Erwachsenenalter: Adulte CRMO – Darstellung des osteosklerosierenden Prozesses anhand von vier eigenen Fällen mit Pustulosis palmo-plantaris. Osteologie 1997; 6: 171–91.
3. Schilling F et al.: Wirbelsäulenmanifestationen der chronischen rekurrierenden multifokalen Osteomyelitis (CRMO). Fortschr Röntgenstr 2002; 174: 1236–42.

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