ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Demonstration: Ärzte gegen reine Profitorientierung

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Demonstration: Ärzte gegen reine Profitorientierung

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2008 / B-1728 / C-1688

Rabbata, Samir

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Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung: Die „Freie Ärzteschaft“ hatte zur Teilnahme aufgerufen. Foto: dpa
Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung: Die „Freie Ärzteschaft“ hatte zur Teilnahme aufgerufen. Foto: dpa
Ärzte, Praxismitarbeiter und Patienten haben in Berlin gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung protestiert. „Die flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung wird zerstört“, warnte der Präsident der „Freien Ärzteschaft“ und Mitinitiator der Veranstaltung, Martin Grauduszus, bei der Eröffnungskundgebung vor dem Roten Rathaus. „Der vertraute ,Arzt um die Ecke‘ soll ausgehungert und damit eliminiert werden.“ Auch kritisierte der Allgemeinmediziner aus Erkrath die in seinen Augen fortschreitende „Industrialisierung“ des Gesundheitswesens. Konzernen würde es ermöglicht, binnen weniger Jahre „die Gesundheitsversorgung aufzukaufen“.

Als „Mogelpackung“ bezeichnete Hans-Peter Meuser, Vizepräsident der Freien Ärzteschaft, die kürzlich beschlossene Honorarerhöhung für Vertragsärzte um 2,7 Milliarden Euro. So werde etwa bei Hausbesuchen nicht die Vergütung pro Leistung erhöht, sondern lediglich das Leistungsvolumen.

„Scheinheilig“ sei darüber hinaus die Behauptung, die Honorarerhöhung führe zu Beitragssatzsteigerungen. „Ärzte werden fälschlicherweise als Kostentreiber diffamiert“, kritisierte Meuser unter dem Applaus der Demonstranten. Beispielsweise habe die Streichung der Tabaksteuerzuschüsse den Beitragssatz deutlich stärker belastet als die Honorarerhöhung.

Sowohl die Mediziner als auch die Versicherten und Patienten könnten die anhaltende und sich immer weiter ausdehnende Rationierung nicht weiter akzeptieren, sagte Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten, die ebenfalls zu der Protestveranstaltung aufgerufen hatte. SR
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