ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Medizinische Versorgung Obdachloser: De-la-Torre-Stiftung kauft Immobilie

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Medizinische Versorgung Obdachloser: De-la-Torre-Stiftung kauft Immobilie

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2012

Merten, Martina

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Einsatz für Obdachlose: Ärztin Jenny de la Torre Foto: ddp
Einsatz für Obdachlose: Ärztin Jenny de la Torre Foto: ddp
Berlins erstes Gesundheitszentrum für Obdachlose ist in den Besitz der Jenny-de- la-Torre-Stiftung übergangen. „Mit dem Kauf der Immobilie ist es uns gelungen, die gesundheitliche Versorgung Obdachloser und von Obdachlosigkeit bedrohter Menschen zu sichern“, sagte die gebürtige Peruanerin und Ärztin de la Torre Mitte September in Berlin.

Der Bezirk Berlin-Mitte hatte der Stiftung das Gesundheitszentrum, das in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht ist, im Jahr 2004 überlassen. Mithilfe von Spendengeldern investierte die Stiftung 300 000 Euro in den Umbau und die Sanierung des Gebäudes. Der jetzige Kauf kam vor allem durch die finanzielle Unterstützung des Lions-Clubs Kurfürstendamm zustande. Gleichzeitig unterstützte das Land Berlin das Projekt durch die Direktvergabe des Grundstücks.

Seit Öffnung des Zentrums im September 2006 fanden mehr als 4.000 Konsultationen statt – Tendenz steigend. Nach Angaben von de la Torre sind an die 70 Prozent der Obdachlosen, die das Zentrum aufsuchen, nicht krankenversichert. Ein Großteil von ihnen lebt auf der Straße. „Es kommen zunehmend Jugendliche und Rentner zu uns, weil sie sich einen Arztbesuch nicht leisten können“, berichtete die Ärztin. In dem Zentrum erhalten sie neben der ärztlichen Versorgung Essen, Kleidung sowie rechtliche, soziale und psychologische Betreuung.

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. waren 2006 etwa 254 000 Menschen wohnungslos. Rund 18 000 Menschen leben ohne jegliche Unterkunft auf der Straße. MM
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