ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Seltene Erkrankungen: Pharmafirmen gegen Zweitmeinungsverfahren

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Seltene Erkrankungen: Pharmafirmen gegen Zweitmeinungsverfahren

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Eine schlechtere Versorgung von Patienten mit seltenen Krankheiten befürchtet der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wegen eines geplanten „Zweitmeinungsverfahrens“ bei der Verordnung von besonderen Arzneimitteln. Dieses Verfahren plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Ärzte sollen danach Spezialpräparate für seltene Erkrankungen nur noch verschreiben dürfen, wenn ein Zweitgutachter Diagnose und Verordnung bestätigt hat.

„Das Zweitmeinungsverfahren nach Lesart des G-BA ist langwierig und bürokratisch. Es ist darüber hinaus nur dann sinnvoll, wenn Alternativtherapien zur Verfügung stehen. Dies ist bei Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen, sogenannten Orphan drugs, nicht der Fall“, hieß es aus dem BPI. Der Verband äußerte den Verdacht, „dass hier ein Werkzeug installiert werden soll, um Patienten den Zugang zu diesen Arzneimitteln zu erschweren“. Bei schweren seltenen Erkrankungen sei eine sichere, schnelle und bestmögliche Versorgung mit Orphan drugs notwendig, stellte der BPI fest. hil

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