ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008EU-Gesundheitssysteme: Grenzüberschreitende Versorgung führt zu Mehrkosten

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EU-Gesundheitssysteme: Grenzüberschreitende Versorgung führt zu Mehrkosten

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2012

Spielberg, Petra

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Die Umsetzung der EU-Richtlinie, die die Rechte der Patienten bei Behandlungen im Ausland regeln soll, wird voraussichtlich zu Kostensteigerungen im Gesundheitswesen führen. Dies machte der Leiter der für Gesundheit zuständigen Abteilung der Europäischen Kommission, Bernard Merkel, auf einer Fachtagung in Brüssel deutlich. Es sei nicht das Ziel der Kommission, mit dem Regelwerk zur Kostensenkung im Gesundheitswesen beizutragen, sagte Merkel. „Vielmehr glaube ich, dass die Gesundheitsausgaben aufgrund der in der Richtlinie verankerten Pflichten, beispielsweise zu einer verbesserten Information der Patienten, steigen werden.“ Er sei aber auch davon überzeugt, dass eine verstärkte Zusammenarbeit der EU-Länder in der Gesundheitsversorgung positive wirtschaftliche Effekte haben werde. Dies gelte beispielsweise für den grenzüberschreitenden Einsatz moderner Medizintechnik und telemedizinischer Anwendungen.

Die Kommission beabsichtige zudem nicht, einheitliche medizinische Standards zur Qualität und Sicherheit der Versorgung vorzugeben, teilte Merkel mit. Dies zu entscheiden, sei Sache der Mitgliedstaaten. Derzeit sei es aber leider so, dass es in einigen Ländern Standards gebe, in anderen nicht.

Die Richtlinie wolle die EU-Länder daher verpflichten, Therapienormen festzulegen. EU-Standards wiederum solle es nur für allgemeine Informationen über die Qualität und Sicherheit der Versorgung geben. „Die Patienten haben ein Recht darauf zu erfahren, wo sie die besten Ärzte für die unterschiedlichsten Therapierichtungen finden können“, so Merkel. Kern der Richtlinie sei eine verbesserte Information der Patienten und nicht die Angleichung der Gesundheitssysteme. ps
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