ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Kommunikation: Ein Gender-Problem
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Bei der Arzt-Patienten-Beziehung gibt es – neudeutsch ausgedrückt – ein Gender-Problem. Schon als Klinikanfängerin fiel mir auf, wie vieles mehr mir die Patienten erzählten als den männlichen Kollegen. Und jetzt am Ende meines Berufslebens in privatärztlicher Tätigkeit erlebe ich immer wieder tief verunsicherte Patientinnen, denen männliche Ärzte abweisend gegenübergetreten sind, sie auf die „Psycho-Schiene“ geschoben und dadurch regelrecht in Depressionen getrieben haben. Meiner Meinung nach findet das alles deshalb statt, weil Männern das Eingeständnis eigener Ohnmacht viel schwerer fällt als Frauen. In einer Zeit, da junge Kliniker Krebskranke schonungslos aufklären, hat man offenbar das Trösten verlernt. Man kann negative Auskünfte in vielen Fällen noch positiv formulieren, anstatt zu sagen: „Sie haben noch drei Monate zu leben!“ . . .
Dr. med. Anna Hutzel, Richard-Riemerschmid-Allee 28, 81241 München

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