ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Kommunikation: Enttäuschend
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. . . Was dieser Artikel dazu zu bieten hat, ist für mich enttäuschend. Einen „Perspektivenwechsel“ praktisch zu üben sowie die Münsteraner Experimente sind durchaus interessante Ansätze (letztere nicht ganz unumstritten). Der „Fähigkeit zum Perspektivenwechsel“ (ein vollständiger Perspektivenwechsel ist übrigens psychologisch gar nicht möglich) wird hier eine viel zu große Bedeutung beigemessen. Was gemeint ist, ist Empathie: wie wir als Ärzte fähig sind, uns in unsere Patienten einzufühlen. Diese Fähigkeit setzt emotionale Intelligenz voraus. Zweifellos sind diese Gaben unter uns Ärzten – nicht anders wie im Bevölkerungsdurchschnitt – primär recht unterschiedlich hoch ausgeprägt, aber sie sind trainierbar! Die Ärztin/der Arzt hat aber für eine gelingende Arzt-Patienten-Beziehung noch einiges mehr zu leisten, als sich in die Lage seines Patienten zu versetzen: Er sollte wahrnehmen können, was sein Gegenüber eigentlich will (gerade auch, wenn dies von ihm nicht explizit ausgesprochen wird), er sollte seine eigenen Gefühle reflektieren können, die der Patient in ihm auslöst und vieles andere mehr, also: Wir haben vor allem auch die Gegenseitigkeit dieser Beziehung zu beachten. Wenn uns nun zur Verbesserung unserer Kommunikation mit unseren Patienten als „unorthodoxe Möglichkeiten“ angetragen wird, doch mal ein Buch (möglichst ein philosophisches) zu lesen, ins Theater zu gehen und sich mit Kunst auseinanderzusetzen, frage ich mich, welches Bild der Autor von der Ärzteschaft hat! Ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er uns samt und sonders als Berufsbanausen sieht. Ich jedenfalls kenne keine(n) ärztliche(n) Kolleg(in)en, die/der dies nicht doch alles bereits betreibt! . . .
Dr. med. Werner Stelzer, Schillerstraße 3, 86554 Pöttmes
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