ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008Onkologie: Leicht verständlicher Einstieg

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Onkologie: Leicht verständlicher Einstieg

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2050 / B-1759 / C-1719

Ludwig, Wolf-Dieter

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Christoph Huber, Hans-G. Rammensee, Thomas Wölfel, Cedrik M. Britten (Hrsg.): Krebsimmuntherapien. Standards und Innovationen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2008, 284 Seiten, gebunden, 69,95 Euro
Christoph Huber, Hans-G. Rammensee, Thomas Wölfel, Cedrik M. Britten (Hrsg.): Krebsimmuntherapien. Standards und Innovationen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2008, 284 Seiten, gebunden, 69,95 Euro
Molekulargenetische Untersuchungen haben in den letzten 20 Jahren entscheidend zu einem besseren Verständnis der Pathogenese und zu wichtigen Fortschritten in der molekularen Diagnostik von Tumorerkrankungen geführt. Diese Erkenntnisse waren auch Ausgangsbedingung für die Entwicklung zielgerichteter medikamentöser Therapiestrategien beziehungsweise neuartiger Immuntherapiekonzepte. Den Grundlagen und Indikationen unterschiedlicher immuntherapeutischer Strategien widmet sich dieser Leitfaden, der sich in zwei Abschnitte gliedert. Im ersten Teil werden die wissenschaftlichen Grundlagen der antitumoralen Immunantwort, wichtige Zielstrukturen und Methoden der Krebsimmuntherapien sowie Tumor-Escape-Mechanismen in sechs Kapiteln ausführlich und gut verständlich dargestellt. Jedes Kapitel wird durch eine Liste ausgewählter Literatur zum Thema ergänzt, die Publikationen bis zum Jahr 2006 umfasst. Im Kapitel sechs zu „Tumor-Escape-Mechanismen“ wünscht sich der Leser allerdings eine etwas präzisere und aktuelle Darstellung der heute diskutierten Mechanismen zur Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunsystem.

Im zweiten Teil werden präklinische und klinische Studien zu immuntherapeutischen Therapiekonzepten einschließlich von Vakzinierungsansätzen bei hämatologischen Neoplasien und soliden Tumoren vorgestellt. Die Kapitel sind ähnlich strukturiert, wobei der Leser leider nicht in allen Kapiteln eine Einleitung mit kurzen Hinweisen zum Beispiel zur Epidemiologie, Diagnostik, Stadieneinteilung, Therapiestandard und Prognose der jeweiligen Tumorentitäten findet. Trotzdem vermitteln diese Kapitel einen sehr informativen und kompakten Überblick über den aktuellen Stand bereits zugelassener beziehungsweise noch experimenteller, in unterschiedlichen Phasen der klinischen Prüfung sich befindender immunologischer Therapiestrategien.

In der nächsten Auflage dieses Leitfadens sollten die Grundlagen der Krebsimmuntherapie noch stärker mittels illustrativer Abbildungen verdeutlicht werden. Im klinischen Teil wird die Unterscheidung zwischen experimentellen Therapieansätzen und bereits heute etablierten Immuntherapiestrategien nicht immer deutlich. Den nur zum Teil bekannten mittel- oder langfristig auftretenden Risiken der beschriebenen Krebsimmuntherapien wird insgesamt zu wenig Raum gewidmet und der Begriff innovativ beziehungsweise Innovation doch etwas inflationär verwendet. Schließlich wären Hinweise auf interessante Internetadressen für den Kliniker eine sinnvolle Ergänzung.

Sowohl für klinisch tätige Onkologen als auch für Studierende in den klinischen Semestern, die sich im Rahmen ihrer Ausbildung und/oder einer Dissertation mit Krebsimmuntherapien beschäftigen, kann dieser Leitfaden als strukturierter Überblick empfohlen werden. Die in der Krebstherapie entwickelten neuen immunologischen Therapieansätze gehören zu den interessantesten Entwicklungen der aktuellen medizinischen Forschung. Diese in erfolgreiche klinische Anwendungen umzusetzen, ist die Herausforderung der nächsten Jahre. Jeder an dieser Thematik Interessierte findet im Leitfaden zu Krebsimmuntherapien einen gut geschriebenen und leicht verständlichen Einstieg.
Wolf-Dieter Ludwig
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