ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2008(Mikro-)Multileaf-Kollimator neben stereotaktischer Bestrahlung

GOÄ-RATGEBER

(Mikro-)Multileaf-Kollimator neben stereotaktischer Bestrahlung

Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2062 / B-1770 / C-1730

Pieritz, Anja

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LNSLNS Viele moderne Verfahren der Strahlentherapie werden von der gültigen Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nicht abgedeckt. Aus diesem Grund hat der Zentrale Konsultationsausschuss für Gebührenordnungsfragen 2005 Abrechnungsempfehlungen für neue Verfahren in der Strahlentherapie beschlossen (DÄ, Heft 37/2005). Eine dieser Leistungen ist die A 5830 „Computergestützte Individual-Ausblendung (Multileaf-Kollimatoren = MLC) einmal je Feld und Bestrahlungsserie, einschließlich Programmierung, analog der Nummer 5378 GOÄ“. Die A 5830 hat zum Inhalt, dass „individuelle Ausblendungen zum Schutz von Normalgewebe und Organen […] anstelle von Bleiblöcken auch durch Programmierung eines (Mikro-) Multileaf-Kollimators erstellt werden [können]“. Für den Programmieraufwand kann die analoge Nummer (Nr.) 5378 GOÄ einmal je Feld und Bestrahlungsserie angesetzt werden. (Fehlende) Einschränkungen der Abrechnung in Bezug auf die Indikation wurden bereits thematisiert („Multileaf-Kollimator nur bei bösartigen Erkrankungen“, DÄ, Heft 1–2/2008). Neu ist die These, dass die Programmierung des Multileaf-Kollimators (A 5830) nur neben der konventionellen Bestrahlung, nicht aber den Leistungen der stereotaktischen Bestrahlung nach A 5860, A 5861, A 5863 oder A 5865 berechnungsfähig sei. Festzustellen ist, dass bei keiner der genannten analogen Bewertungen die Programmierung des MLC Eingang in die Leistungslegende gefunden hat, obwohl diese analogen Bewertungen zeitgleich mit der Programmierung des MLC verhandelt wurden.

Die Nichterstattung der A 5830 neben den Leistungen nach A 5860 und 5861 wird auch damit begründet, dass sich die Leistungslegende der A 5830 auf „je Feld und Bestrahlungsserie“ beziehe, die A 5860 und A 5861 jedoch nur eine einzeitige Bestrahlung darstellen. Der Begriff „je Bestrahlungsserie“ wird in der GOÄ bei allen Bestrahlungsplanungen (Nummern 5800, 5810, 5831, 5840 GOÄ) verwendet. Die Allgemeinen Bestimmungen (Allg. Best) zu O IV. GOÄ „Strahlentherapie“ Ziffer 1 lauten: „Eine Bestrahlungsserie umfasst grundsätzlich alle Bestrahlungsfraktionen bei der Behandlung desselben Behandlungsfalls.“ Eine Mindestanzahl von (zwei oder mehr) Fraktionen ergibt sich aus dieser Definition nicht. Eine Mindestdosisdefinition gibt es nur zu den Bestrahlungen selbst (Allg. Best. O IV 3. 1 Satz GOÄ). Eine Bestrahlungsplanung nach einer der oben genannten Leistungen der geltenden GOÄ ist auch dann berechnungsfähig, wenn dieser Leistung nur eine einzeitige oder einmalige Bestrahlung folgt. Das Gleiche gilt für die A 5830.

Sofern medizinisch notwendig, ist die A 5830 grundsätzlich neben den Bestrahlungsplanungen nach A 5860, A 5861, A 5863, A5865 und neben den oben genannten Bestrahlungsplanungen der geltenden GOÄ berechnungsfähig. Ausnahme: Bei der alleinigen Anwendung (der verschiedenen) der Brachytherapieverfahren (Bestrahlungsplanung Nr. 5840 GOÄ) ergibt der Strahlenschutz mittels MLC keinen Sinn.

Eine Abrechnungsbeschränkung der A 5830 neben den analogen Bewertungen der Bestrahlungsplanung im Zusammenhang mit der stereotaktischen Bestrahlung (und den geltenden Bestrahlungsplanungsleistungen) war kein Thema im Zentralen Konsultationsausschuss. Dr. med. Anja Pieritz
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