ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2008Arzneimittel: Schmidt erwägt „vierte Hürde“

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Arzneimittel: Schmidt erwägt „vierte Hürde“

Dtsch Arztebl 2008; 105(40): A-2067

Rieser, Sabine

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Die Arzneimittelausgaben sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Foto: dpa
Die Arzneimittelausgaben sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Foto: dpa
Die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind im vergangenen Jahr mit einem Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich in die Höhe gegangen. Die Gesamtkosten betrugen 27,8 Milliarden Euro. Als wichtigste Ursache gelten die hohen Preise für patentgeschützte Arzneimittel. Darauf wiesen die Herausgeber des Arzneiverordnungsreports hin, der jährlich erscheint.

Herausgeber Prof. Dr. med. Ulrich Schwabe erläuterte, dass 1993 1,5 Milliarden Euro für patentgeschützte Arzneimittel ausgegeben wurden, 2007 hingegen schon 9,2 Milliarden Euro. Es sei an der Zeit, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten zur Festsetzung von Höchstbeträgen für patentgeschützte Arzneimittel zu nutzen, für die kein Festbetrag gelte, forderte Schwabe. Er lobte zugleich die „weitgehend rationale Arzneitherapie der Vertragsärzte“.

Bei der Vorstellung des Reports sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD), die Arzneimittelkosten drohten die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu sprengen. Sie zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass mit dem Start des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009 automatisch mehr Rabattverträge abgeschlossen würden und es so zu Einsparungen komme.

Schmidt, Schwabe und auch der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Dr. jur. Hans Jürgen Ahrens, sprachen sich bei patentgeschützten Arzneimitteln für eine „vierte Hürde“ aus. Es müsse erst eine Kontrolle von Kosten und Nutzen stattfinden, bevor Medikamente erstattet würden. Rie
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