ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2008Randnotiz: Patent für Klonfälscher
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LNSLNS Beharrlichkeit führt zum Ziel. Besser als auf den als Fälscher entlarvten einstigen „King of Cloning“ Hwang Woo Suk aus Südkorea kann das Sprichwort gar nicht passen. Hwang hatte nach seinem tiefen Fall im Jahr 2006 – der sich zum größten Forschungsskandal der letzten Jahre ausweitete – stets betont, dass seine Technik prinzipiell funktioniere. In zehn Ländern versuchte er, ein Patent darauf zu beantragen. Nun will das australische Patentamt Hwangs Antrag auf Patentierung seiner Klonmethode menschlicher Embryonen stattgeben.

Noch Anfang August hatte das südkoreanische Gesundheitsministerium einen Antrag von Hwangs Labor auf Zulassung der Forschung mit embryonalen Stammzellen abgelehnt. Als Gründe hatte das Ministerium Hwangs Entlassung von der Nationaluniversität wegen der Manipulation von Forschungsergebnissen sowie erpresster Eizellspenden genannt. „Science“ hatte 2006 zwei Stammzellstudien von Hwang zurückgezogen. Die beschriebenen menschlichen Stammzellen aus geklonten Embryonen hatten nachweislich gar nicht existiert.

Es ist unglaublich, dass Hwang nun das Exklusivrecht für die Verwertung seiner Klontechnik in Australien bekommen soll. Das wäre zugleich das weltweit erste Patent im Bereich der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen. Es gebe keine gesetzliche Grundlage, ihm die Genehmigung zu verweigern – auch wenn die wissenschaftlichen Daten betrügerisch erworben worden seien, heißt es beim australischen Patentamt. Die Widerspruchsfrist sei Mitte September ohne Einwände verstrichen. So wird aus dem Forschungsskandal auch noch ein Patentskandal.

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