ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2008Honorarreform: Ein Skandal
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Die entscheidende Nachricht dieses Artikels ist so gut versteckt, dass man sie fast überliest. Dabei hätte diese Nachricht den Leitartikel des DÄ verdient: Der Punktwert im neuen Euro-EBM soll bei 3,5 Cent liegen. Mögen sich auch die Ärzte in einigen Bundesländern über die ausgehandelte „Erhöhung“ der Arzthonorare freuen, so werden wir doch alle in der gesamten Bundesrepublik betrogen. Bei der ursprünglichen wirtschaftlichen Kalkulation der Punktmasse für die einzelnen ärztlichen Leistungen des EBM wurde bereits vor Jahren ein Punktwert von 5,11 Cent zugrunde gelegt (allerdings nie bezahlt). Ab 2009 soll dieser Punktwert nun bei 3,5058 Cent liegen. Was für eine Lohnsteigerung! Es wiederholt sich der Betrug von 2008, als die Punkte der Einzelleistungen im EBM um durchschnittlich fünf Prozent erhöht wurden, gleichzeitig aber durch ein Einfrieren der Gesamtlohnsumme diese Anpassung zur Nullnummer degradiert wurde. Wenn wir Ärzte uns dies erneut gefallen lassen, ist uns nicht mehr zu helfen. Und was tun die offiziellen Ärztevertreter? Sie schweigen zu diesem Skandal und reden angesichts der 2,7 Milliarden von einem Erfolg. Unsere Gesundheitsministerin behauptet sogar, nun könne eine qualitativ hochwertige Medizin flächendeckend gesichert werden, und Wartezeiten auf Termine gehörten der Vergangenheit an . . .
Dr. med. Ekkehard Lukas, Grabenstraße 9, 71063 Sindelfingen
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