ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2008Arbeitsmedizin: Heute selbstständig

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Arbeitsmedizin: Heute selbstständig

Dtsch Arztebl 2008; 105(40): A-2103 / B-1803 / C-1763

Fritzer, Michael

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. . . Sehr häufig habe ich in den acht Jahren meiner Tätigkeit als Betriebsarzt wirklich präventiv tätig sein können. Hypertonie, entgleisende Blutzuckerwerte oder andere Stoffwechselstörungen konnten entdeckt und die Probanden an die Hausärzte zur Behandlung weitergeleitet werden. Wenn man seine Aufgabe als Betriebsarzt ernst nimmt und gut macht, können Beratungen zu Gewicht, Ernährung, Bewegung oder Medikamenteneinstellungen getätigt werden. Nein, wir mischen uns nicht in die Therapie der Hausärzte ein, aber oft haben wir noch die Zeit, den Patienten durch die „second opinion“ von der Therapienotwendigkeit zu überzeugen. Ich war acht Jahre bei einem großen Dienstleister der Branche, habe dort meinen Facharzt gemacht und andere Kolleginnen und Kollegen zum Facharzt begleitet. Die Ärzte und Assistentinnen an der Front machen gute Arbeit und erarbeiten das Geld, das die „Oberen“ dann großzügig ausgeben. Die Bezahlung ist deutlich unter Tarif, die Reisekosten nicht angepasst, und der Arbeitsdruck steigt jährlich an. Da bleibt oft nicht mehr die Zeit für Beratungen. Nun habe ich mich selbstständig gemacht. Klar muss ich mehr und zu anderen Zeiten arbeiten, aber ich schlage mich nicht mit Punktwerten herum. Keine Diskussion wegen des Budgets. Die Probanden bringen das Geld in bar mit, die Firmen zahlen regelmäßig und nicht schlecht. Denn gute Arbeit wird auch heute noch gut bezahlt. Die Firmen, die „billig“ und minimal versorgt werden wollen, kann ich ohne Problem an meinen ehemaligen Arbeitgeber weiterleiten. Gerne bin ich bereit, Kollegen, die in die Arbeitsmedizin einsteigen wollen, zu helfen, eine zufriedenstellende Berufstätigkeit aufzubauen.
Dr. med. Michael Fritzer, Bertholdstraße 23/1, 78050 Villingen-Schwenningen
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