ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2008Arbeitsmedizin: Was können wir tun?

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Arbeitsmedizin: Was können wir tun?

Dtsch Arztebl 2008; 105(40): A-2104 / B-1802 / C-1762

Roth, Martin

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Die Diagnose ist gestellt – wir haben zu wenig Arbeitsmediziner und zu wenig attraktive Weiterbildungsstellen. Was können wir tun? Wir könnten die Qualitätsanforderungen an die Weiterbildung in der Arbeitsmedizin weiter senken. Weiterbildung aus der Ferne erlauben, Weiterbildung auf Honorarbasis ermöglichen, Bibliothek und Hilfskräfte einsparen, von der abgerechneten Betriebsarztstunde nur 30 Minuten leisten; ein Weiterbilder könnte mehr als zehn Ärzte im Umkreis von 150 km weiterbilden. Aber das alles haben wir schon! Unter den Augen der Ärztekammern erfolgt sogar Weiterbildung auf Honorarbasis und in prekären Verhältnissen. Die Kammern können kaum intervenieren, weil viele Dienste bundesweit organisiert und als GmbH nicht Mitglied der Kammern sind. Viele Assistenten sehen ihren Weiterbilder kaum. Dienste verweigern die gemeinsame Begehung von betreuten Betrieben durch Assistent und Weiterbilder (O-Ton eines Weiterbildungsleiters: „Keiner will zwei Ärzte in seinem Betrieb bezahlen!“). Kunden werden nicht darüber informiert, dass sich ihr „Betriebsarzt“ in der Weiterbildung befindet. Geschäftsführer und Betriebsräte in kleinen und mittleren Betrieben klagen über die teilweise geringe arbeitsmedizinische Kompetenz ihrer Betriebsärzte; klagen über Betriebsärzte, die im Betrieb eine regelmäßige, aber selten besuchte „Sprechstunde“ abhalten, statt proaktiv Dinge in Bewegung zu bringen. Das vielerorts übliche Preisniveau von 50 bis 75 Euro pro geleisteter Einsatzstunde ist für den Betrieb einer Praxis zu gering. Unter diesem Preisdruck ist eine ordentliche Weiterbildung nicht möglich. Was können wir tun?
1. Die Weiter­bildungs­ordnung korrekt anwenden und die Kollegen Weiterbilder, die sich von ihrem Dienstherren zu unethischem Verhalten zwingen lassen, von der Last der Weiterbildungsbefugnis befreien.
2. Dem Markt eine neue Preisfindung für arbeitsmedizinische Dienstleistungen ermöglichen . . .
Dr. Martin Roth, Riepolskamp 17, 30419 Hannover
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