ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2008Jüdische Ärzte: Licht zum Gedenken

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Jüdische Ärzte: Licht zum Gedenken

Dtsch Arztebl 2008; 105(41): A-2128 / B-1828 / C-1784

Rieser, Sabine

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Bei der Einweihungsfeier: Roman Skoblo, Klaus Theo Schröder, Angelika Prehn, Lala Süßkind und Manfred Richter-Reichhelm (von links). Foto: Reinhold Schlitt
Bei der Einweihungsfeier: Roman Skoblo, Klaus Theo Schröder, Angelika Prehn, Lala Süßkind und Manfred Richter-Reichhelm (von links). Foto: Reinhold Schlitt
Eine Lichtprojektion mit den Namen von 2063 jüdischen Berliner Kassenärztinnen und -ärzten hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin an ihrem Verwaltungsgebäude installiert. Anlass für die Einweihung war der 70. Jahrestag des Approbationsentzugs für jüdische Ärzte am 30. September 1938. Dadurch war es den Betroffenen – zwei Drittel der in den 30er-Jahren in Berlin praktizierenden Ärzte – verboten, weiter ihren Beruf auszuüben. Auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin hat eine Installation mit den Namen von etwa 600 jüdischen Zahnärzten eingeweiht.

Die KV Berlin ist bereits seit mehreren Jahren damit beschäftigt, die Geschichte ihrer Vorgängerorganisation aufzuarbeiten. Dazu hat sie im Jahr 2002 gemeinsam mit dem Bundesverband Jüdischer Ärzte in Deutschland ein Projekt in die Wege geleitet, mit dessen Hilfe die Rolle der damaligen Ärztevertretung sowie die Lebenswege jüdischer Berliner Kassenärzte erforscht werden. Ergebnisse sollen im Sommer 2009 vorliegen. Zwischenzeitlich wurde bereits in öffentlichen Veranstaltungen einzelner jüdischer Ärzte gedacht.

Die Lichtinstallation ist ein Teil des Gedenkens. „Wir jüdischen Ärzte sehen hier den lang gehegten Wunsch erfüllt, der Personen – und zwar namentlich – zu gedenken, die durch Vertreibung, Ermordung oder durch Selbstmord ein jähes Ende ihrer Karriere als Arzt wie auch ihres Lebens überhaupt erleiden mussten“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Jüdischer Ärzte sowie des Landesverbands Berlin, Dr. med. Roman Skoblo. Er hat die Lichtinstallation im Wesentlichen finanziert, unterstützt vom ehemaligen Vorsitzenden der KV Berlin, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm. Derzeit ist in der Diskussion, für die Installation sowie deren Unterhaltskosten um Spenden zu bitten.

Die KV Berlin unterstützt die Forschungsarbeiten personell. Für das Projekt wurden bislang 200 000 Euro von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundes­ärzte­kammer und dem Deutschen Ärzte-Verlag gespendet. Rund 80 000 Euro kamen zudem aus zahlreichen kleinen und mittleren Spenden von Privatpersonen zusammen. Rie
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