ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2008Peter Riedesser: Engagierter Kliniker und Friedenskämpfer

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Peter Riedesser: Engagierter Kliniker und Friedenskämpfer

Dtsch Arztebl 2008; 105(41): A-2165

Richter, Horst-Eberhard

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Peter Riedesser Foto: IPPNW
Peter Riedesser Foto: IPPNW
Prof. Dr. med. Peter Riedesser, Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ist am 19. September im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. In beispielhafter Weise verband Riedesser ärztlich-psychologische Wissenschaft mit ethisch-politischem Einsatz. Er war nicht nur ein international hoch geachteter Vertreter seines Fachs, sondern auch ein engagiertes Vorstandsmitglied in der deutschen Sektion der Initiative „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW).

Als Psychoanalytiker verband er seine psychiatrisch-psychotherapeutische Forschung mit zeitgeschichtlichen Studien. Mit seinen kritischen Untersuchungen über die Militärpsychiatrie und die „Aufrüstung der Seelen“, vor allem in der Nazizeit, bearbeitete er ein wichtiges, aber vielfach verdrängtes Thema. In dem Buch „Maschinengewehre hinter der Front“, das er gemeinsam mit Axel Verderber verfasste, zeigt er, wie immer wieder militärische Maßstäbe die ärztlich-ethischen Grundsätze in der Militärpsychiatrie zurückdrängen – in den beiden Weltkriegen und auch noch danach.

Mit seiner Kritikbereitschaft war Riedesser für viele unbequem, hat andererseits aber bei der jungen Ärztegeneration großen Anklang gefunden. Die IPPNW verliert mit ihm einen herausragenden ärztlichen Friedensforscher und Friedenskämpfer.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Horst-Eberhard Richter
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