ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1997Fehlbelegung: Ganz böses Spiel

SPEKTRUM: Leserbriefe

Fehlbelegung: Ganz böses Spiel

Tischmann, Peter

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Streiterei" von Dr. Harald Clade in Heft 14/1997
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bei der Frage der "Fehlbelegung" spielt der Gesetzgeber ein ganz böses Spiel, weil er die Krankenhäuser entrechtet:
! Paragraph 17 a Abs. 2 KHG verpflichtet die Medizinischen Dienste, das Ergebnis ihrer Fehlbelegungsuntersuchungen, die nicht durch körperliche Untersuchungen der Patienten, sondern rein nach Aktendurchsicht erfolgen, ausschließlich den Krankenkassen, nicht aber den Krankenhäusern an die Hand zu geben.
! Die Krankenkassen stellen den Krankenhäusern allenfalls einige Zahlenkolonnen zur Verfügung, wie viele Pflegetage der MDK als "Pflegefälle" und wie viele Pflegetage er anderweitig als nicht krankenhausbehandlungsbedürftig klassifiziert hat. Dem Krankenhaus wird damit eine Richtigkeitskontrolle schlechthin versagt.
! Wenn Paragraph 17 a KHG die Pflegesatzparteien verpflichtet, Budgets wegen angeblicher Fehlbelegungen abzusenken, das Krankenhaus aber gar nicht berechtigt ist, die geheimen Fehlbelegungs-Suchaktivitäten des MDK auf Richtigkeit überprüfen zu dürfen, so wird in das Vermögen des Krankenhauses hineingewirkt. Deshalb dürfte die Budgetkürzungskonsequenz des Paragraphen 17 a KHG verfassungswidrig sein; das wäre ein enteignungsgleicher Eingriff in das Krankenhausvermögen.
! Warum laufen die Krankenhausverbände gegen solche entrechtenden Rechtsnormen nicht Sturm?
Peter Tischmann, Geschäftsführer, St. Clemens Hospital Sterkrade gGmbH, Wilhelmstraße 34, 46145 Oberhausen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote