SPEKTRUM: Leserbriefe

Fehlbelegung: Anspruch

Grote, Wolfgang

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Streiterei" von Dr. Harald Clade in Heft 14/1997
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LNSLNS Dr. Clade hätte sich ruhig die Wiederholung erlauben und nochmals darauf hinweisen können, daß die Versicherten der GKV einen uneingeschränkten Anspruch auf die Sorgfalt nach den Vorschriften des bürgerlichen Vertragsrechtes mit allen Nebenwirkungen haben (DÄ Heft 44/1996). Dies gilt nicht nur für ambulante Diagnostik und Therapie, sondern auch bei entsprechender Verdachtsdiagnose für eine stationäre Einweisung zur Abklärung eines Befundes und zur Sicherheit des Patienten. Meines Erachtens erleiden die Ärzte derzeit das Schicksal der Antigone (Tragödie von Sophokles).
Sie werden zwischen den Mahlsteinen widersprüchlicher Pflichten zermalmt. Dies gilt insbesondere im Bereich ihrer ethischen Verpflichtung dem Patienten gegenüber, die zunehmend mit den legislativ fixierten Kosten kollidiert. Dies gilt aber auch ganz platt im politisch-administriellen Bereich. Legislativ gestelzte Macht von Exekutive und Bürokratie verlangt immer mehr Leistung für immer weniger Geld, und die Judikative (zivil- und offizialrechtlich) zwingt die Ärzte zur kniefälligen Knechtschaft.
Dr. med. Wolfgang Grote, Frohnhofweg 4, 50858 Köln
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