ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2008Wartezeiten: Kampf gegen Windmühlen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Zu dem oben genannten Artikel habe ich Anmerkungen:
1. Die korrekte Terminvergabe ist die schwierigste Aufgabe der Medizinischen Fachangestellten und wird von sehr vielen Personengruppen unterschätzt. Auch bei größter Berufserfahrung und Kompetenz gibt es etliche Fallstricke zu bewältigen, wie z.B.:
Auch in Akutfällen klappt es häufig wegen der Patient(inn)en nicht. Eine typische Situation aus meiner Praxis: Telefonat wegen akuter Beschwerden. „Ja, dann kommen Sie doch sofort, und bringen Sie ein bisschen Zeit mit.“ „Was heute? Jetzt? Da kann ich aber nicht!“ „Wie wäre es morgen um 11.15 Uhr?“ „Da muss ich mein Kind abholen.“ „Morgen Nachmittag?“ „Da hab ich kein Auto.“ „Übermorgen?“ „Da muss ich schon meine Mutter zum Arzt bringen!“ Also Einigung auf einen Termin in circa einer Woche, den die Patientin dann nicht wahrnimmt, ohne sich zu melden (schon wieder gesund geworden?) . . .
2. Eine große Frauenzeitschrift hat vor ein paar Jahren einmal eine detaillierte Anleitung veröffentlicht, wie man die Praxen austricksen kann, um an einen Termin nach Wahl zu kommen. Wenn diese Anleitung auch nur von zwei bis drei Patientinnen pro Praxis und Tag ausgeführt wird, bleibt keine (bei uns immer einkalkulierte!) Pufferzeit für echte Notfälle übrig. Und ich „erwische“ immer wieder Patientinnen ohne akute Beschwerden an Notfallterminen. Gegen solche Dinge kämpft man wie Don Quichotte gegen die Windmühlen und kann nur verlieren (auch den Ruf, und das auch noch schuldlos!).
Dr. med. Sabine Becke, Hagener Straße 24 a, 31535 Neustadt am Rübenberge
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige