ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2008Rehabilitation: Schielen auf den Tagessatz
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Vielen Dank für den Artikel über die Qualitätssteuerung in der Rehabilitation durch die DRV. Hier ist sicher ein Umdenken dringend erforderlich. Die angeregten Werkzeuge (Rehabilitandenbefragung, Visitationen, Peer-Review etc.) können alle hilfreich sein, wenn die Belegungssteuerung sich dann wirklich nach der Qualität richtet und nicht ganz anderen Interessen untergeordnet wird, nämlich dem Tagessatz der Einrichtungen . . . Besonders Erfahrungen mit einer regionalen Rentenversicherungsstelle kommen mir da in den Sinn. Genehmigte Rehaanträge führen reflexartig – ohne Berücksichtigung von Empfehlungen des Arztes oder der Wünsche des Antragstellers – zur Einweisung in eine der zwei (eigenen?) Kliniken. Nachdem drei Patienten hintereinander aus diesen Kliniken zurückgekommen sind, ohne eine einzige krankengymnastische Einzelbehandlung (die selbstverständlich teurer ist als jede Gruppenbehandlung) erhalten zu haben, habe ich mir erlaubt, beim nächsten Reha-antrag zu vermerken, die DRV möchte bitte von der Einweisung in diese Kliniken Abstand nehmen. Dies hat ebenso reflexartig zu einem wütenden Anruf der DRV bei mir geführt, in dem Sinne, was mir eigentlich einfiele. Nachdem ich dann erläuterte, dass ich meine Patienten nicht in Kliniken untergebracht sehen möchte, deren Behandlungsfrequenz und -qualität zum Teil schlechter ist als die ambulante Versorgung, wurde rasch aufgelegt. Wenn man Qualität haben möchte, muss man Qualität wollen und Qualität bezahlen wollen. Dies geht nicht, wenn man (vorwiegend) auf den Tagessatz schielt.
Dr. med. Knut Behle, Jesteburger Straße 7 k, 21271 Asendorf
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