ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2008Rehabilitation: Mehr Mittel statt mehr Leitlinien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
. . . Wir sprechen von einem Bereich der Medizin, in dem es seit 1996 keine Zuwächse im Bereich der Pflegesätze gab – nicht einmal die Inflationsrate, steigende Energie- und Lebensmittelpreise oder Gehaltssteigerungen wurden ausgeglichen. Ganz im Gegenteil wurden die Realerlöse immer weiter durch Knebelverträge der Kostenträger mit Fallpauschalen erheblich reduziert. Zum Ausgleich wird von den meist privatwirtschaftlich geführten Kliniken eine Vielzahl von Leistungsnachweisen, Evaluationen und Qualitätsmanagement gefordert. Eine Lobby, die hier auch die Politik in die Verantwortung nimmt, existiert scheinbar nicht. Als neue Entwicklung werden nun in den verschiedenen Bereichen der rehabilitativen Medizin durch hochkarätig besetzte Expertenrunden evidenzbasierte Leitlinien oder Nationale Versorgungs-Leitlinien entwickelt und die Leistungserbringer durch die Deutsche Rentenversicherung zur Umsetzung angehalten. Völlig vergessen wird in diesem Elfenbeinturm der Rehabilitationsforschung, dass wir an der Basis mit ganz anderen Dingen zu kämpfen haben, nämlich mit Therapiecontrolling (Rationierung), Reduktion von Fallpauschalen und Liegezeit, früherer Verlegung in die Rehaklinik und einem polymorbiden Patientenkollektiv. Vielleicht wäre es besser, die Mittel für Rehabilitationsforschung, Evaluation, QM und Leitlinienentwicklung in die klinische Rehabilitation zu investieren, um hier ein vernünftiges, zielgerichtetes und effektives sowie patientenzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.
Dr. med. Martin Karl, An der Marter 1, 91096 Möhrendorf
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige