ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2008Irma Heyne-Beuse: Reisebegleiterin für Trauernde

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Irma Heyne-Beuse: Reisebegleiterin für Trauernde

Dtsch Arztebl 2008; 105(42): A-2229 / B-1909 / C-1857

Rieser, Sabine

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Irma Heyne-Beuse Foto: privat
Irma Heyne-Beuse Foto: privat
Das Kreuzfahrtschiff „MS General Lavrinenkov“ fährt gemächlich den ukrainischen Dnjepr entlang. In einem Salon sitzt eine kleine Gruppe Senioren zusammen, plaudert, trinkt etwas, lacht. Nichts Besonderes? Doch: Die neun hat „Regen-Bogen-Reisen“ zusammengeführt.

Das kleine Unternehmen von Irma Heyne-Beuse bietet für Menschen, die einen Angehörigen verloren haben und nun nicht allein Urlaub machen wollen, Gruppenreisen an: nach Badenweiler, zum Golf von Neapel oder wie jetzt in die Ukraine. Die resolute, lebhafte Frau vom Niederrhein organisiert sie und kümmert sich vor Ort.

Stets bittet sie aber noch eine der Mitarbeiterinnen ihrer örtlichen Hospizinitiative, die Erfahrung mit Trauerarbeit hat, um Begleitung. Diese bietet Einzelgespräche und Austausch in der Gruppe an. Denn „ich kann gar nicht gut zuhören“, gibt Heyne-Beuse freimütig zu. Doch gute Zuhörer braucht es für die Gruppe. Wer sich allein wieder auf die Reise mache, habe die erste Phase der Trauer zwar schon hinter sich, sagt die Chefin von Regen-Bogen-Reisen, aber dennoch gebe es immer wieder bedrückende Momente, „schon wenn man allein ist und sieht die anderen Ehepaare“.

Die 71-Jährige weiß sehr genau, wovon sie spricht. Ende 2004 verkaufte sie ihr Reisebüro, um endlich nur zum Vergnügen mit ihrem Mann unterwegs zu sein. Doch ein halbes Jahr später starb er an Krebs. „Ich wurde trauriger und trauriger“, erinnert sich Heyne-Beuse. Aufgefangen hat sie ein Gesprächskreis der Hospizinitiative in Wesel. Dort entstand auch die Idee zu Regen-Bogen-Reisen. Heyne-Beuse mag den Bindestrichnamen sehr: „Er bedeutet: von der Trauer über eine Brücke zu neuem Leben.“ Sabine Rieser
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