ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Leitsymptom Schwindel - Diagnose und Therapie: Manöver nach Epley

MEDIZIN: Diskussion

Leitsymptom Schwindel - Diagnose und Therapie: Manöver nach Epley

Diagnosis and Treatment of Vertigo and Dizziness: The Epley Maneuver

Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 747; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0747a

Kinze, Stephan

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LNSLNS Mit großem Interesse las ich Ihren Übersichtsartikel zum Thema Schwindel. In der Praxis beschäftigt mich das Thema häufig unter den Bedingungen der Ret-tungsstelle, da viele Patienten mit einem Schwindel von den HNO-Kollegen dem Neurologen vorgestellt werden. Bitte gestatten Sie mir die folgenden Anmerkungen:

Zunächst propagieren Sie weiterhin zur Behandlung des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels das Manöver nach Semont. Demgegenüber hatte die Arbeitsgruppe um Herrn Lempert vor wenigen Jahren gezeigt, dass das modifizierte Manöver nach Epley zur Behandlung effektiver ist (1). Dies widerspricht Ihrer Angabe aus eigenen Publikationen vom letzten Jahr, die ich leider nicht aus eigener Ansicht kenne. Könnten Sie dies bitte kommentieren?

Weiterhin hat mich in meiner Diskussion mit den Kollegen der HNO-Heilkunde ein Paper von Lee et al. (2) verunsichert. Darin wird beschrieben, dass bis zu 10 % aller Kleinhirninfarkte (zumeist Arteria cerebelli inferior posterior) sich isoliert mit den Symptomen eines Vestibularisausfalls manifestierten. Aus Kapazi-tätsgründen scheint es jedoch nicht praktikabel, jedem Patienten mit einem Schwindel ein Magnetresonanztomogramm des Kopfes machen zu lassen. Aus dem Artikel konnte ich jedoch keine klinischen Kriterien entnehmen, die eine Differenzierung ohne operative Diagnostik ermöglicht hätten. Gibt es aus Ihrer Sicht eine hinreichend zuverlässige Möglichkeit der klinischen Differenzierung?

Abschließend möchte ich mich auch im Namen meiner Kollegen für Ihren sehr illustrativen und praxisrelevanten Artikel bedanken.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0747a

Dr. med. Stephan Kinze
Unfallkrankenhaus Berlin
Klinik für Neurologie
mit Stroke Unit und Frührehabilitation
Warener Straße 7
12683 Berlin.
E-Mail: stkbln@gmx.net
1.
Radtke A, von Brevern M, Tiel-Wilck K, Mainz-Perchalla A, Neuhauser H, Lempert T: Self-treatment of benign paroxysmal positional vertigo: Semont maneuver vs. Epley procedure. Neurology 2004; 63(1): 150–2. MEDLINE
2.
Lee H, Sohn SI, Cho YW, Lee SR, Ahn BH, Park BR, Baloh RW: Cerebellar infarction presenting isolated vertigo: frequency and vascular topographical patterns. Neurology 2006; 67(7): 1178–83. MEDLINE
1. Radtke A, von Brevern M, Tiel-Wilck K, Mainz-Perchalla A, Neuhauser H, Lempert T: Self-treatment of benign paroxysmal positional vertigo: Semont maneuver vs. Epley procedure. Neurology 2004; 63(1): 150–2. MEDLINE
2. Lee H, Sohn SI, Cho YW, Lee SR, Ahn BH, Park BR, Baloh RW: Cerebellar infarction presenting isolated vertigo: frequency and vascular topographical patterns. Neurology 2006; 67(7): 1178–83. MEDLINE

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