ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Leitsymptom Schwindel - Diagnose und Therapie: Endolymphatischer Hydrops

MEDIZIN: Diskussion

Leitsymptom Schwindel - Diagnose und Therapie: Endolymphatischer Hydrops

Diagnosis and Treatment of Vertigo and Dizziness: Endolymphatic Hydrops

Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 747; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0747b

Hesse, Gerhard

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LNSLNS Wir danken den Neurologen Strupp und Brandt für ihren Übersichtsbeitrag zu Diagnostik und Therapie des Schwindels.

Der psychogene Schwindel lässt sich mit der Kategorisierung als „phobischer Schwankschwindel“ alleine nicht hinreichend beschreiben. Wir sind mit Eckhardt Henn et al. (1) eher der Auffassung, dass sich überwiegend Angst, Depression und Somatisierungsstörung diagnostizieren lassen.

Auch die Inzidenz des Morbus Menière und dessen Behandlung sehen wir differenzierter:

Die Diagnostik eines Morbus Menière erfordert sicher mehr als nur die Erfassung der vom Patienten berichteten Symptomen-Trias von Schwindel, Hörverlust und Tinnitus. Genaue Angaben zur Inzidenz und Prävalenz des M. Menière oder gar prognostische Aussagen zur Entwicklung eines beidseitigen Morbus Menière lassen sich ohne fundierte klinische Untersuchung nicht treffen.

Hinsichtlich der Empfehlung zur Dauerbehandlung mit Betahistin sind wir aufgrund langjährig anderer klinischer Erfahrungen verwundert über die Therapieempfehlung, die nach unserer Ansicht auf eher unsicheren Beinen steht.

Soweit uns die noch im Druck befindliche Pilotstudie von Strupp et al. aus Vorträgen bekannt ist, fehlen nicht nur eine Kontrollgruppe, sondern auch ein dem M. Menière angemesser, langer Beobachtungszeitraum sowie die Unterscheidung zwischen einem innenohrbedingten Schwindel und einem eher psychogenen Schwindel (2) oder auch dem Migräneschwindel, der dem Menière täuschend ähneln kann.

Auch fehlt eine pathophysiologische Erklärung, wieso Betahistin den Verlauf des M. Menière beeinflussen kann und soll, außer, dass nach längerer Erkrankungsdauer der M. Menière sich in der Regel selbst und von allein abschwächen kann. Nach gängigem pathophysiologischem Verständnis ist die Ursache des M. Menière ein endolymphatischer Hydrops, der sich durch ein Antihistaminikum nicht beeinflussen lässt. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0747b

PD Dr. med. Gerhard Hesse
Ohr- und Hörinstitut Hessen
Dr. med. Helmut Schaaf
Medizinisch Psychosomatische Klinik Bad Arolsen
Große Allee 1–3
34454 Bad Arolsen
E-Mail: drgerhardhesse@googlemail.com
E-Mail: Hschaaf@schoen-kliniken.de
1.
Eckhardt-Henn A, Hoffmann SO, Tettenborn B, Thomalske C, Hopf HC: Phobischer Schwankschwindel – Eine weitere Differenzierung psychogener Schwindelzustände erscheint erforderlich. Nervenarzt 1997; 68: 806–12. MEDLINE
2.
Schaaf H: M. Menière. 5. Auflage. Heidelberg: Springer 2007; 222.
3.
Strupp M, Huppert D, Frenzel C et al.: Long-term prophylactic treatment of attacks of vertigo in Menière's disease – comparison of a high with a low dosage of betahistine in an open trial. Acta Otolaryngol (In press).
1. Eckhardt-Henn A, Hoffmann SO, Tettenborn B, Thomalske C, Hopf HC: Phobischer Schwankschwindel – Eine weitere Differenzierung psychogener Schwindelzustände erscheint erforderlich. Nervenarzt 1997; 68: 806–12. MEDLINE
2. Schaaf H: M. Menière. 5. Auflage. Heidelberg: Springer 2007; 222.
3. Strupp M, Huppert D, Frenzel C et al.: Long-term prophylactic treatment of attacks of vertigo in Menière's disease – comparison of a high with a low dosage of betahistine in an open trial. Acta Otolaryngol (In press).

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