ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Kein Malignom durch Bluttransfusion

MEDIZIN: Referiert

Kein Malignom durch Bluttransfusion

Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 748

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Infektionen mit Hepatitis- oder HI-Viren nach Bluttransfusionen sind wissenschaftlich belegt, ein mögliches Krebsrisiko bei noch nicht diagnostiziertem Malignom bedarf hingegen einer Langzeitbeobachtung. Die Autoren untersuchten, ob Blut oder Blutprodukte von Patienten, die spätestens 5 Jahre nach einer Blutspende an Krebs erkrankt waren, zu einer malignen Erkrankung bei den Empfängern geführt haben könnten.

In den Datenbanken von Schweden und Dänemark sind für die Jahre 1968 bis 2002 insgesamt 354 084 Patienten registriert, die eine oder mehrere Bluttransfusionen erhalten hatten. 12 012 Patienten hatten mindestens eine Transfusion von einem Blutspender mit einer Präkanzerose erhalten. Ausgeschlossen wurden alle Personen, bei denen bereits vor der Transfusion ein Krebsleiden bekannt war oder die innerhalb von sechs Monaten nach der Transfusion an einem Malignom erkrankten. Die Analyse ergab keinerlei Krebsrisiko durch die vorausgegangene Transfusion (RR 1,00; 95-%-Konfidenzintervall: 0,94 bis 1,07). Auch eine Subgruppenanalyse von 15 verschiedenen Malignomen bei Spendern und Empfängern nach 1, 2, 3, 4 oder 5 Jahren ergab keine entsprechende Korrelation.

Befürchtungen, dass durch eine Transfusion von Blut oder Blutprodukten wie Plasma, Erythrozyten oder Thrombozyten von einem latent an einem Karzinom erkrankten Spender ein Krebsleiden beim Empfänger ausgelöst werden könnte, entbehren somit jeder wissenschaftlichen Grundlage. w
Edgren FG et al.: Risk of cancer after blood transfusion from donors with subclinical cancer: a retrospective cohort study. Lancet 2007; 369: 1724–30.
Prof. Olof Nyrén, Department of Medical Epidemiology and Biostatistics, Karolinska Institutet, Box 281, 17177 Stockholm, Schweden

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