ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Antibiotika gegen Reizdarm?

MEDIZIN: Referiert

Antibiotika gegen Reizdarm?

Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 750

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Vor wenigen Monaten war publiziert worden, dass Patienten mit der Symptomatik eines Reizdarms eine spezielle Darmflora mit einem verminderten Besatz von Lactobazillen und Colinsella aufwiesen. Nun wundert es nicht, dass neben den Therapieversuch mit Probiotika der Vorschlag getreten ist, durch eine antibiotische Therapie die Mikrobiota des Darmes zu modifizieren. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass bei einem Teil der Patienten mit einem Reizdarmsyndrom der akuten Symptomatik ein gastrointestinaler Infekt vorausgegangen war.

Die Autoren führten eine randomisierte Studie an 87 Patienten durch, die die entsprechenden Kriterien eines Reizdarmsyndroms erfüllten. Diese erhielten randomisiert das nichtresorbierbare Antibiotikum Rifaximin, 3 × 400 mg täglich für 10 Tage oder Placebo. Die Beschwerdesymptomatik wurde mittels Fragebogen vor der Behandlung und nach 7 Tagen ermittelt; darüber hinaus führten die Patienten über 10 Wochen ein Symptomtagebuch.

Unter dem Antibiotikum kam es zu einer signifikanten Besserung der Reizdarmsymptomatik im Vergleich zu Placebo. Für diese relativ teure Therapie kommen nach Ansicht der Autoren in erster Linie die Patienten infrage, die auf andere symptomatische Maßnahmen nicht ansprechen, sowie die Patienten (rund ein Drittel), bei denen ein gastrointestinaler Infekt in der Anamnese eruiert werden kann. w

Piementel M et al.: The effect of a non-absorbed oral antibiotic (rifaximin) on the symptoms of the irritable bowel syndrome : a randomized trial. Ann Intern Med 2007; 145: 557–63. E-Mail: pimentelm@cshs.org

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