ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Besondere Arzneimittel: Zweitmeinung erforderlich

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Besondere Arzneimittel: Zweitmeinung erforderlich

Dtsch Arztebl 2008; 105(43): A-2248 / B-1922 / C-1870

Korzilius, Heike

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LNSLNS Ärztinnen und Ärzte, die bestimmte Arzneimittel für die Behandlung von schweren Erkrankungen mit hohen Therapiekosten verordnen wollen, müssen künftig vorher die Meinung eines spezialisierten Kollegen einholen. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen. Für die Abstimmung sind fünf Tage vorgesehen. Weicht der behandelnde Arzt vom Votum des Spezialisten ab, muss er dies begründen. Er trägt zudem im Regressfall das finanzielle Risiko. Die Regelung gilt zunächst nur für die Indikation pulmonal arterielle Hypertonie. Betroffen sind die Wirkstoffe Bosentan, Iloprost zur Inhalation, Sildenafil und Sitaxentan. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen nun bis Ende des Jahres die besonders qualifizierten Ärzte ausweisen. Der Beschluss des G-BA sieht vor, dass auch Krankenhausärzte einbezogen werden können.

„Man kann dieses Verfahren als Bürokratie einstufen. Man kann es aber auch als Mittel der Qualitätssicherung betrachten“, sagte der G-BA-Vorsitzende, Dr. iur. Rainer Hess. Außerdem gehe es um die Wirtschaftlichkeit der Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen und für die Ärzte um die Verringerung des Regressdrucks. Als Nächstes sollen auch Wirkstoffe zur Behandlung des Kolonkarzinoms in das Zweitmeinungsverfahren einbezogen werden, kündigte Hess an. Allerdings wolle man bei der Ausweitung der Indikationen „behutsam“ vorgehen. Denn das Verfahren wird über einen Zeitraum von zwei Jahren evaluiert.

Neben dem Zweitmeinungsverfahren hat der G-BA die Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie beschlossen. Sie soll unter anderem zu einer besseren Versorgung der Versicherten mit Sehhilfen führen. HK
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