ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2008Rauchen: Erhebliche Bedenken
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Gegen das Vorhaben, das Rauchen als Krankheit „anzuerkennen“, sind erhebliche Bedenken anzumelden, nicht nur wegen der „vergütungsrechtlichen Rahmenbedingungen“. Wenn Raucher durch den Nikotinkonsum gesundheitlichen Schaden nehmen und im Durchschnitt 15 Jahre früher sterben als Nichtraucher, so ist diese unnütze Angewohnheit zwar krankmachend, aber doch nicht selbst eine Krankheit! Zum Begriff der Sucht gehören für mich die tatsächliche körperliche Abhängigkeit und in Verbindung damit das Entzugssyndrom bis zum Delir. Das Fortlassen des Nikotins führt aber nur zu einer schwierigen und eventuell langwierigen Phase der kribbeligen Unruhe und der Unsicherheit, was man der Hand und dem Mund statt der Zigarette anbietet. Wenn von denen, die das Rauchen aufgeben wollten, nur 20 Prozent ärztliche Hilfe gesucht haben, spricht das Bände. Eigene Erfahrung und vielfältige Beobachtungen im persönlichen Umfeld sprechen tatsächlich dafür, dass es sich eher um eine Art „Beschäftigungsneurose“ handelt, die nur nach festem Entschluss und mit eisernem Willen beendet werden kann. Das Krankenversicherungssystem darf damit nicht belastet werden!
Dr. med. Hartmut Nöldeke, Schooster Straße 31, 26419 Schortens
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