ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2008Ärztliche Psychotherapeuten: Mindestquote auf 25 Prozent gesenkt

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Ärztliche Psychotherapeuten: Mindestquote auf 25 Prozent gesenkt

Dtsch Arztebl 2008; 105(44): A-2302

Gieseke, Sunna

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Ärztliche Psychotherapeuten: Die Mindestquote in der Versorgung wurde verlängert, aber von 40 auf 25 Prozent gesenkt. Foto: BilderBox
Ärztliche Psychotherapeuten: Die Mindestquote in der Versorgung wurde verlängert, aber von 40 auf 25 Prozent gesenkt. Foto: BilderBox
Die Mindestquote für psychotherapeutisch tätige Ärzte wird bis Dezember 2013 verlängert. Dies hat der Bundestag Mitte Oktober mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV-OrgWG) beschlossen. Die Quote der ärztlichen Psychotherapeuten wurde nach vielen Diskussionen nun auf 25 Prozent festgelegt. Diese entspreche im Wesentlichen dem Versorgungsanteil, den diese Ärzte bereits heute in vielen Regionen erreichten, so das Bundesministerium für Gesundheit.

Die bisherige Quotenregelung von 40 Prozent ist bis zum Jahresende 2008 befristet. Sie galt als umstritten, da in den vergangenen Jahren nicht alle freien Praxissitze von psychotherapeutisch tätigen Ärzten belegt worden sind. „Nicht besetzte, reservierte Praxissitze gelten in der Bedarfsplanung aber als besetzt“, sagte Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Daher sei es in manchen Regionen zu einer Unterversorgung mit Psychotherapeuten gekommen. „Es bleibt zu hoffen, dass diese Schutzklausel von den ärztlichen Psychotherapeuten nunmehr zur Verbesserung der Versorgung genutzt wird“, erklärte Richter.

Gleichzeitig wurde im GKV-OrgWG die Mindestquote für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) auf 20 Prozent festgelegt. „Die Versorgung von psychisch kranken Kindern lässt sich damit deutlich verbessern“, sagte BPtK-Präsident Richter. „Damit konnte ein zentrales Anliegen der deutschen Psychotherapeutenschaft verwirklicht werden.“ Der Anteil an KJP liege bereits jetzt bundesweit bei 13,6 Prozent. Eine Quote von zehn Prozent hätte demnach die Anzahl der Niederlassungen abgesenkt. Eine Mindestquote von 20 Prozent für KJP schaffe zudem bundesweit zusätzlich etwa 700 Praxissitze.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht allerdings davon aus, dass die Erhöhung der Quote dazu führen wird, dass sich KJP verstärkt in ohnehin bereits gut versorgten Gebieten niederlassen werden. Das Nachsehen hätten die Gebiete, die bereits jetzt schlechter versorgt seien. sun
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