ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2008Beschneidung: Jüdisches Religionsgesetz
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Den Ausführungen der Autoren im oben genannten Beitrag kann ich in keiner Weise zustimmen. Die religiöse Zirkumzision ist in keiner Weise vergleichbar mit einer Körperverletzung, erst recht nicht kann von einer Körperverletzung gesprochen werden. Nach jüdischem Religionsgesetz ist der Vater verpflichtet, seinen Sohn zu beschneiden. Kann er dies selbst nicht tun, muss er eine spezielle Person (den Mohel) damit beauftragen. Die Beschneidung ist eine Mitzwa (Gesetz), die nach der Halacha am achten Tag nach der Geburt des Kindes stattfinden soll. Grundlage ist die religiöse Vorschrift „beschnitten werde bei euch jegliches Männliche“ (Buch Genesis 17,10). Die Thora schreibt weiterhin vor, dass das Kind genügend gesund sein muss, andernfalls muss die Zeremonie verschoben werden, bis das Kind bei guter Gesundheit ist. Die von den Verfassern angeführte Argumentation einer Verletzung der körperlichen Integrität sollte man nicht erneut diskutieren. Es gibt ebenso viele Studien, die einen eindeutigen Vorteil für die Gesundheit des Kindes nach der „Brit Mila“ belegen. Wenn dabei ein Blutverlust von 0,5 ml auftritt, ist dies sicherlich medizinisch unbedenklicher als die Entfernung von Tonsillen oder adenoiden Wucherungen, die einen erheblichen Anteil an Nachblutungen zur Folge haben und in der Tat Leben gefährden können. So ist in kontrollierten israelischen Studien kein Fall bekannt, wo es zum Tod eines beschnittenen Säuglings nach einer Lege-artis-Beschneidung gekommen ist. Die Beschneidung ist integraler Bestandteil des jüdischen Religionsgesetzes, ebenso wie die Taufe in der christlichen Religion . . .

Dipl.-Oec.-Med. Dr. med. Wolfgang Ermes,
Vorm Kleekamp 4–6, Beth Maimonides,
58840 Plettenberg
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