ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2008Thüringen: Zweierlei Euthanasie

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Thüringen: Zweierlei Euthanasie

Dtsch Arztebl 2008; 105(44): A-2335

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Jena wurde im letzten Jahrzehnt zweimal durch Euthanasie-Vorwürfe gegen prominente Ärzte aufgestört. Der eine Fall betraf den ehemaligen Leiter der Universitätskinderklinik, Jussuf Ibrahim, der andere die frühere Chefin der HNO-Klinik der Universität, Rosemarie Albrecht. Beide sollen während der Nazizeit am Krankenmord in einer Heilanstalt im benachbarten Stadtroda beteiligt gewesen sein, der eine durch Überweisen schwerstkranker Kinder, darunter zwei ausdrücklich mit dem Vermerk Euthanasie, die andere infolge ihrer Beschäftigung als Volontärärztin auf einer einschlägigen Station der Anstalt.

Das von Eggert Beleites herausgegebene Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem „Fall Ibrahim“. Als Mitte der 90er-Jahre die Vorwürfe gegen Prof. Jussuf Ibrahim öffentlich bekannt wurden, waren die Überraschung, die Empörung und die Ratlosigkeit groß. Denn Ibrahim war ein ungemein beliebter Arzt und hoch geschätzter Klinikleiter, sowohl während der Nazizeit als auch in der frühen DDR. 1953 starb er im Amt. Seine Klinik und eine Straße wurden nach ihm benannt. Die späten Vorwürfe erschienen unglaublich. Norbert Jachertz

Eggert Beleites (Hrsg.): Menschliche Verantwortung gestern und heute. Beiträge und Reflexionen zum nationalsozialistischen Euthanasie-Geschehen in Thüringen und zur aktuellen Sterbedebatte. Band 4, Schriftenreihe der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen, Jena 2008, 317 Seiten, kostenfrei zu beziehen unter Telefon: 0 36 41/61 41 01
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